Das Linksbündnis SYRIZA steckt weiter in einer tiefen Krise. Nach dem Rücktritt von Parteichef Sokratis Famellos wächst der Einfluss des früheren Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, der eine eigenen Partei gegründet hat. Bei SYRIZA mehren sich Forderungen nach einer möglichen Zusammenarbeit.
Der Vorsitzende des Bündnisses der Radikalem Linken (SYRIZA) Sokratis Famellos ist am Donnerstag (9.7.) als Parteivorsitzender zurückgetreten. Er will jedoch weiterhin Mitglied der Partei und Parlamentarier bleiben. SYRIZA ist offiziell noch die drittstärkste Kraft im griechischen Parlament – die Realität sieht allerdings anders aus. Im Linksbündnis kriselt es bereits seit Jahren: Famellos ist der dritte Parteichef in dieser kurzen Zeit. – 2023 hatte der frühere Premierminister Alexis Tsipras (2015-2019) aufgrund einer doppelten Wahlniederlage das Handtuch als Führer dieser Partei geworfen, die er seit 2008 geleitet hatte.
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Als Nachfolger folgte ein Unternehmer aus den USA, der bis dahin auf der politischen Bühne Griechenlands ein Unbekannter war: Stefanos Kasselakis. Dieser wurde bereits im Herbst 2024 wieder seines Amtes enthoben. Auch er gründete eine eigene Partei, von der man im Moment nicht mehr allzu viel hört. Im November des gleichen Jahres übernahm Famellos das Ruder von SYRIZA; er saß bereits seit 2015 für diese Partei im Parlament.
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Sein nun erfolgter Rücktritt wurde von innerparteilichen Rivalen begrüßt. So etwa stellte Pavlos Polakis fest, dass er für den SYRIZA-Vorsitz kandidieren werde. Famellos warf er vor, eine Partei übernommen zu haben, die zwölf Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte; in den jüngsten Umfragen würden lediglich zwei Prozent der Befragten noch für SYRIZA votieren.
Mit ein Grund für diesen Niedergang ist auch die Tatsache, dass der ehemalige SYRIZA-Chef Tsipras kürzlich seine eigene Partei mit dem Namen „ELAS“ gegründet hat. Er dürfte vor allem auch ehemalige SYRIZA-Wähler für sich gewonnen haben. In den meisten aktuellen Meinungsumfragen liegt ELAS bereits an zweiter Stelle in der Wählergunst.
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Politischen Druck macht nun auch die Jugendorganisation von SYRIZA. Sie fordert die Durchführung eines parteiinternen Referendums, um den Kurs abzustecken. Sie schlägt vor, dass die Partei nicht eigenständig bei den nächsten Parlamentswahlen antritt, sondern eine Wahlliste unter der Führung von Tsipras unterstützt.
Unterdessen ist am Montag ein weiterer SYRIZA-Parlamentarier zurückgetreten, um die ELAS zu unterstützen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)