Griechenlands Oppositionsführer fordert in Berlin einen Schuldenschnitt Tagesthema

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Griechenlands Oppositionsführer fordert in Berlin einen Schuldenschnitt
Einen offiziellen Berlin-Besuch hat am Wochenende der Vorsitzende der größten griechischen Oppositionspartei SYRIZA Alexis Tsipras absolviert. Eingeladen war er zum Kongress der deutschen Partei „Die Linke". In seiner Rede erklärte der Gast aus Griechenland, dass er für sein Land einen Schuldenschnitt nach dem Beispiel von Deutschland aus dem Jahre 1953 anstrebe. Zudem brachte er seine Meinung über die derzeitige Schuldenlage in seiner Heimat zum Ausdruck: „Trotz der erschreckenden Sparmaßnahmen sind die staatlichen Schulden Griechenlands nicht überlebensfähig. Weil es niemals das Ziel war, diese überlebensfähig zu gestalten.
stalten. Das Ziel waren die Sparmaßnahmen, die Privatisierungen und die neoliberalen Reformen an sich", so der griechische Linkspolitiker. Weiterhin zeigte er sich optimistisch, dass die Europäischen Linke als drittstärkste Kraft aus den bevorstehenden Europawahlen hervorgehen werde. Tsipras ist für die Europäischen Linke der Kandidat für den Vorsitz in der Europäischen Kommission. Selbstbewusst zeigte er sich außerdem, was das Abschneiden seiner Partei bei den bevorstehenden Kommunal- und Europawahlen in Griechenland betrifft: „Es dauert nicht lange bis (Bundeskanzlerin Merkel; Anm. der Redaktion) einer linken Regierung gegenüber sitzen wird. Einer Regierung, die euch verspricht, auch mit ihr für euch zu verhandeln."
Die Differenzen zu Kanzlerin Merkel, so der griechische Oppositionsführer, seien „nicht national", sondern „klassenbedingt".

Weiterreise nach Moskau
Am Montag reiste Tsipras weiter zu einem offiziellen Besuch nach Moskau. Hier will er sich mit mehreren russischen Politikern treffen. Darunter sind der stellvertretende russische Außenminister Vladimir Titov und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma Alexei Puschkow. Der Besuch von Tsipras in Moskau zwei Wochen vor den Europawahlen wird von Beobachtern dahingehend interpretiert, dass der Linkspolitiker auch an seinem außenpolitischen Profil arbeiten möchte.

(Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi, Archiv)

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