Griechenlands Regierung setzt auf die Stärkung der Landwirtschaft Tagesthema

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Griechenlands Regierung setzt auf die Stärkung der Landwirtschaft

Ministerpräsident Alexis Tsipras will die Landwirtschaft stärken. Das erklärte er am Mittwoch bei einem Besuch im Ministerium für Agrarentwicklung. Vorrang haben sollen Bauern, die die Landwirtschaft als Hauptberuf ausüben, sowie vor allem Jungbauern.

Realisiert werden soll dieses Ziel u. a. durch die Gründung neuer Genossenschaften. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Agrarprodukte aus dem Ausland fälschlich als einheimische Produkte ausgewiesen werden. Auch gegen die Steuerflucht im Agrarbereich soll stärker vorgegangen werden.
Bis 2020 will die links-rechts Regierung unter Alexis Tsipras vom Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) mindestens 6 Milliarden Euro in die Landwirtschaft investieren. Dadurch sollen u. a. 50.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Bauern, für die die Landwirtschaft der Hauptberuf ist, sollen einen reduzierten Mehrwertsteuersatz in Höhe von nur 13 % zahlen (statt den Höchstsatz von 23 %).
In Anspielung auf die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Schulden Griechenlands gegenüber den internationalen Geldgebern erklärte Tsipras: „Man kann keine Schulden ohne Wachstum abbezahlen.“
Bei den Oppositionsparteien stießen die Pläne der Regierung auf Ablehnung. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) rief Tsipras dazu auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen. Argumentiert wurde damit, dass die Vorgängerregierung – bestehend aus der ND und der sozialistischen PASOK – bereits ähnliche Pläne für die Entwicklung im Agrarbereich gehabt habe. Die liberale „To Potami“ interpretierte die Rede von Tsipras mit den Worten, dass es sich wohl um ein „Wahlversprechen“ gehandelt habe. Die kommunistische KKE sprach davon, dass der Ministerpräsident den Bauern: „falsche und billige Hoffnung“ verkaufen wolle.
Noch vor der Rede von Tsipras hatten Bauern aus Nordgriechenland für die kommende Woche Protestaktionen angekündigt. Sie forderten eine Senkung der Steuern. (Griechenland Zeitung/eh)

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Bauern bei der Ernte von Wassermelonen in Palaiochori (Ilia / West-Peloponnes).

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