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Mittelfristige Programm zur Sanierung der Wirtschaft Tagesthema

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Mittelfristige Programm zur Sanierung der Wirtschaft
Griechenland / Athen. Das neue Mittelfristige Programm zur Sanierung der Wirtschaft wurde heute vom Regierungskabinett in Athen verabschiedet. Vorgesehen sind u. a. Einnahmen von 28,3 Mrd.
rd. Euro bis 2015. Diese Mittel sollen durch Steuereinnahmen, eine 1- bis 3-prozentige Abgabe für Gehälter mit einem Jahreseinkommen über 8.000 Euro, Erhöhung der Kfz-Steuer und weitere Kürzungen von Gehältern und Renten eingenommen werden.

Ministerpräsident wünscht einen Konsens mit den Parteien

Zu diesem Mittelfristigen Programm für die Jahre 2012 bis 2015, das am 28. Juni im Parlament verabschiedet werden soll, hielt Premierminister Jorgos Papandreou am heutigen Freitag eine Rede vor den Volksvertretern (siehe Foto). Er forderte wiederholt zu einem Konsens aller politischen Parteien auf. Zudem bat er seitens der Politiker für neue Vorschläge und Ideen. Falls die fünfte Rate des Kredites von der Troika (Internationaler Währungsfonds, Europäische Kommission und Europäische Zentralbank), sowie ein zweiter Milliardenkredit seitens der EU nicht an Griechenland überwiesen werde, könnten keine Gehälter und Renten mehr gezahlt werden. Er stellte auch die Möglichkeit eines Volksreferendums in Aussicht. Dann könnten sich die Bürger für eine mögliche Änderung im politischen System des Landes entscheiden. Dadurch solle die Arbeit der Parteien, der Politiker und der Medien transparenter werden; auch das System der Verwaltungsbehörden könne modernisiert werden. Das Volk, so der Premier, solle einem solchen neuen politischen System sein Vertrauen schenken.
Zudem bekräftigte er, dass sich die Regierung das Ziel gesetzt habe, das staatliche Defizit so weit zu senken, dass „kein geliehenes Geld mehr nötig ist, um zu überleben". Kämpfen müsse man vor allem auch gegen die Steuerhinterziehung, die Papandreou als „größte gesellschaftliche Ungerechtheit" bezeichnete. 

Verbaler Schlagabtausch mit dem Chef der Linksallianz

Im Rahmen der Rede des Premierministers kam es heute außerdem zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Vorsitzenden der Linksallianz Syriza, Alexis Tsipras. Dieser rief Papandreou dazu auf, Neuwahlen auszurufen. Er warf dem Premierminister vor, dass die Politik seiner Regierung „an der Grenze des Paralogismus" stoße und dass dieser zudem einen „Machtwahn" habe. Darauf antwortete der Premierminister mit der Frage: „Wenn das Memorandum und Papandreou weg sind, wären dann auch die Schulden weg?" (GZeh / Foto: Eurokinissi)

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