Schwerer Waldbrand verwüstet die Insel Kythira Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden während der Brandbekämpfung auf der Insel Kythira. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden während der Brandbekämpfung auf der Insel Kythira.

Verbrannte Erde auf Kythira: Auf der Insel wütete das Feuer mehr als drei Tage lang derart, dass der Notstand ausgerufen werden musste. Fast 200 Feuerwehrleute, 38 Löschwagen und zeitweilig fast der ganze Flugzeug- und Hubschrauberbestand der Feuerwehr waren bis Montag im Dauereinsatz, um der Flammen Herr zu werden, die durch die starken und wechselnden Winde immer wieder angefacht wurden.

Die Feuerwalze erreichte an zwei Fronten bis zu sechs Kilometer Länge, und das in einem unwegsamen Gebiet der von zahlreichen Schluchten durchzogenen Insel, die etwa acht Kilometer südlich der Peloponnes liegt. Bis Montagvormittag war das Feuer immer noch nicht unter Kontrolle.
Die Umweltkatastrophe, die Kythira getroffen hat, ist kaum abzuschätzen: Bis Sonntagabend soll laut Athener Nachrichtenagentur AMNA ein Drittel des gesamten Waldbestandes der Insel verbrannt sein. Landwirtschaftsminister Vangelis Apostolou sprach nach einem Ortstermin am Sonntagabend von 1.500 bis 1.700 Hektar verbrannter Fläche. Davon beträfen 90 Prozent Waldgebiete. Die übrigen Flächen seien vor allem Wein- und Olivenkulturen sowie Brach- und Weideland.
Das Feuer war am Freitagvormittag im Gebiet Mylopotamos im Zentrum der Insel ausgebrochen. Am Samstagvormittag hatte sich das Bild etwas gebessert, im Verlauf des Tages geriet der Brand jedoch wieder außer Kontrolle und tobte an zwei Feuerfronten ungehemmt, so dass der Notstand ausgerufen wurde. Am Sonntagabend musste das historische Myrtidiotissa-Kloster vorbeugend evakuiert werden, als sich die Flammen bedrohlich näherten. Bereits am Freitag war ein Dorf auf Beschluss des Bürgermeisters der Insel, Efstratios Charchalakis, vorsichtshalber evakuiert worden. Am Samstag musste ein Feuerwehrmann wegen Unwohlsein ins Krankenhaus. Außerdem waren zeitweilig Häuser bedroht, und Autos brannten aus.
Als Hauptgründe für die Katastrophe werden die ständig wechselnden Winde und das unwegsame Gelände genannt. Am Montag wurden Vorwürfe gegen die Feuerwehr laut, sie habe den Brand nicht konsequent genug bekämpft und die Löschflugzeuge vorübergehend abgezogen. Der Vizebürgermeister der Insel, Jorgos Komninos, sprach in der Tageszeitung „Ta Nea“ von großen Lücken beim Flugzeug- und Hubschraubereinsatz: „Was die Löschflugzeuge in einer Stunde hinbekommen hatten, das wurde in drei Stunden Pause wieder zunichte gemacht.“ Verantwortliche der Feuerwehr betonten dagegen, dass die Flugzeuge neu betankt und auf Schäden untersucht werden mussten. (Griechenland Zeitung / ak)

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