Brand in Flüchtlingslager auf Lesbos fordert mindestens zwei Todesopfer Tagesthema

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Zu einer weiteren Tragödie kam es am Sonntag im Flüchtlingslager Moria auf der Ägäis-Insel Lesbos. Zeitgleich waren dort zwei Brände ausgebrochen, dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben: eine Frau mit ihrem Baby.

Einige Augenzeugen berichten von weiteren Todesopfern. Ein Helfer aus dem Kongo, der im Lager tätig ist, sprach gegenüber der Griechenland Zeitung von zwei Frauen und drei Kindern. 14 Wohncontainer seien seinen Angaben zufolge ausgebrannt.

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Die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus. Der erste Brand ereignete sich in der sogenannten „Zone 4“ im Lager, das zweite Feuer breitete sich in einem Olivenhain vor dem Lager aus, wo Flüchtlinge in Zelten campieren.
Die griechische Presse sprach von einem „Aufstand in Moria“. Der staatlichen Nachrichtenagentur ANA zufolge seien die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei von Lagerinsassen angegriffen worden. Mindestens zwei Löschfahrzeuge seien beschädigt worden. ANA zufolge hätten „Hunderte Flüchtlinge“ die Asylbehörde im Lager angegriffen. Auf Grund dessen hätten die Mitarbeiter das Gelände verlassen müssen.

Die Anlage von Moria ist hoffnungslos überfüllt. Derzeit sollen dort mehr als 13.000 Flüchtlinge campieren; konzipiert ist sie für 3.000 Menschen. Dieses Flüchtlingslager ist der Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ zufolge das größte in ganz Europa.
Auf der Suche nach Lösungen tagt heute Vormittag in Athen der Ministerrat unter Vorsitz von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. (Griechenland Zeitung / jh)

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