Grünes Licht für Privatisierung des „Piraeus Tower“ Tagesthema

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Foto (© Eurokinissi) Foto (© Eurokinissi)

Die langfristige Nutzung des „Piraeus Tower“ ist ein gutes Stück näher gerückt. Am Mittwoch gab der Staatsrechnungshof grünes Licht für die Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Investor und der Stadt Piräus. Die Stadt hatte das markante Bürohochhaus am Passagierhafen, das seit seiner Errichtung in den Siebzigerjahren leer steht, vor etwas über einem Jahr langfristig zur Nutzung ausgeschrieben.

Das Konsortium, das den Bau für 99 Jahre gepachtet hat und jährlich ungefähr eine Million Euro in die Stadtkasse zahlen wird, wird dort 50 Millionen Euro investieren.

Unter anderem sollen ein Informationszentrum für Touristen sowie im restlichen Erdgeschoss und im ersten und zweiten Stock Geschäfte entstehen. Das dritte Geschoss soll ein Kulturzentrum mit Restaurant aufnehmen, dann sind bis zum 18. Stock Büroräume vorgesehen, und als Bekrönung soll ins 19. und 20. Stockwerk ein Restaurant mit Blick über Stadt und Meer einziehen. Es wird geprüft, in mehreren Etagen anstatt der Büroräume ein Hotel einzurichten. Erste Fassadenentwürfe machten bereits die Runde. Sicher ist, dass der Tower am Ende ganz anders aussehen wird als das heutige schwarzweiß gestreifte Gebäude des Architekten Jannis Vikelas, der auch den ähnlichen „Athens Tower“ in der Innenstadt entworfen hatte. Beide sind übrigens mit 84 bzw. 103 Metern bis heute die höchsten Gebäude in Griechenland.

Anders als der große Bruder in Athen hatte der 1972 bis 1974 an der Stelle des früheren städtischen Marktes gebaute „Piraeus Tower“ kein gutes Schicksal. Unter der Militärdiktatur als „Handels- und Schifffahrtszentrum“ geplant wurde das Gebäude niemals bezogen. Bis 1983 stand nur das Betonskelett, und auch heute kaschiert die verfallende Fassade einen Rohbau. Eine Zeitlang machte der Geisterturm wegen eines Rattenbefalls Schlagzeilen. Auch hieß es, er neige sich und müsse abgerissen werden. „Wir hatten das auch geglaubt, als ich ins Amt kam“, sagte Bürgermeister Jannis Moralis am Donnerstag im Radio. „Wir wollten ihn eigentlich abreißen und waren nach einer technischen Prüfung sehr überrascht, dass die Statik in Ordnung ist.“ Darauf habe man die Nutzung der Immobilie beschlossen, die der größte Vermögenswert der Stadt Piräus ist. (GZak)

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