Heftige Schneefälle sorgten in Teilen Griechenlands für Chaos Tagesthema

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Unser Foto (© Jan Hübel) entstand am Montagabend (24.1.) am Athener Omonia Platz, ganz in der Nähe der Redaktion der Griechenland Zeitung. Unser Foto (© Jan Hübel) entstand am Montagabend (24.1.) am Athener Omonia Platz, ganz in der Nähe der Redaktion der Griechenland Zeitung.

Das Unwetter „Elpis“ – zu Deutsch: Hoffnung – lähmte Anfang dieser Woche viele Teile Griechenlands. Nach ungewöhnlich heftigen Schneefällen kam es vor allem im Ballungsgebiet Attika, wo sich auch die Hauptstadt Athen befindet, zu chaotischen Problemen im Straßenverkehr.

Auf der Athener Ringautobahn „Attiki Odos“ saßen die Insassen von mehr als 1.000 Kraftfahrzeugen zum Teil 24 Stunden fest, ehe der Verkehr allmählich normalisiert werden konnte. Um die Eingeschlossenen zu versorgen, zog man auch das Militär heran, u. a. wurden Wolldecken verteilt. Zahlreiche Betroffene konnten in beheizte Räume des nahe gelegenen Athener Flughafens evakuiert werden. Doch auch dort war die Lage äußerst angespannt: Einerseits mussten Flüge storniert werden, andererseits kamen Reisende vom Flughafen nicht weiter, weil der Zubringerverkehr zusammengebrochen war. Auch Eisenbahnzüge blieben stecken, darunter in Oinoi, etwa 45 Kilometer nordwestlich vom Athener Zentrum. Rund 300 Passagiere waren für 16 Stunden in den Waggons eingeschlossen. Ähnlich kritisch war die Lage auch auf einigen großen Verkehrsadern der Hauptstadt, die Mesogion Avenue etwa (siehe Foto), war völlig blockiert, der Verkehr kam über viele Stunden zum Erliegen.
Die Gründe für das Chaos sind vielfältig. Winterreifen sind in Griechenland kaum gebräuchlich, eher greift man in solchen Fällen zu Schneeketten. Doch nur wenige Kraftfahrer, vor allem in den südlicheren Landesteilen, waren auf derart heftige Wetterphänomene vorbereitet. Im nordöstlichen Athener Vorort Cholargos fielen etwa 60 Zentimeter Schnee.
Die Regierung ordnete am Dienstag für die besonders betroffenen Regionen Attika, Euböa, Böotien, Kreta, Kykladen und Dodekanes einen arbeitsfreien Tag sowohl für den privaten als auch für den öffentlichen Sektor an und forderte die Menschen dazu auf, ihre Wohnungen nur in wirklich dringenden Fällen zu verlassen. Geöffnet waren lediglich Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Gesundheitseinrichtungen.
Die Opposition warf der Regierung vor, dass sie trotz tagelanger Warnungen der Meteorologen keine Schutzmaßnahmen ergriffen habe.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)

 

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