Geburtspalast Alexanders des Großen könnte bald Besucher empfangen Tagesthema

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Die Besucher werden vor allem den Grundriss der Anlage – hier eine ältere Aufnahme der Grabungen – erkunden können. (Foto: yppo) Die Besucher werden vor allem den Grundriss der Anlage – hier eine ältere Aufnahme der Grabungen – erkunden können. (Foto: yppo)

Der Palast in der antiken makedonischen Königsstadt Pella, in dem Alexander der Große zur Welt kam, könnte bereits im kommenden Jahr für das Publikum öffnen. Das sagte die Leiterin des örtlichen Amtes für Altertümer, Elissavet Tsigarida, am Sonntag der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA.

Die Arbeiten im Grabungsgelände seien in vollem Gange und würden mit EUMitteln finanziert, fügte sie hinzu. Falls es dazu kommen sollte, wird der Besucher der archäologischen Stätte vor allem einen Eindruck von der Ausdehnung der Palastanlage bekommen, da nur noch die Grundmauern erhalten sind. Bis 2023 soll es aber in einem Besucherzentrum eine virtuelle Führung durch die Anlage einschließlich digitaler Rekonstruktionen geben. Der Palastkomplex der makedonischen Könige bestand aus sieben großen Gebäuden mit Innenhöfen und Wandelgängen, von denen das eigentliche Königsschloss Philipps II. nur einen Teil bildete. Die Gesamtanlage nahm eine Fläche von rund 70.000 Quadratmetern ein und wurde vor allem nach den Asienfeldzügen Alexanders auf diese immense Größe ausgebaut. 168 v. Chr. kam das Ende des Palastes, als die Römer Makedonien ihrem Reich einverleibten. Sie plünderten den Komplex und verschleppten die Familie des letzten makedonischen Königs Perseus in die Sklaverei. Der Palast wurde nicht mehr genutzt und verfiel. Pella stieg zur Provinzstadt ab, hatte aber wegen seiner Lage an der wichtigen Römerstraße Via Egnatia, die die Adria mit dem Bosporus verband, und aufgrund seines später verlandeten Hafens noch Bedeutung als Handelsplatz. Seit 1957 wird Pella archäologisch untersucht. Erste Teile des Palastes wurden schon damals freigelegt. Ganz in der Nähe wurde auch die Palästra ausgegraben, das heißt der Sportplatz nebst Schwimmbecken, wo der junge Alexander zusammen mit den Sprösslingen des makedonischen Hochadels trainiert haben soll. (GZak)

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