Ergebnisse der Regional- und Kommunalwahlen in ganz Griechenland Tagesthema

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Ergebnisse der Regional- und Kommunalwahlen in ganz Griechenland
Am gestrigen Sonntag haben landesweit die Regional- und Kommunalwahlen stattgefunden, die auch im Ausland stark beachtet wurden. Negativ ins Auge fällt vor allem die große Stimmabhaltung. Von den insgesamt 9.461.856 Wahlberechtigten gingen lediglich 60,98 % an die Urnen.
en. Auch die Abgabe der „ungültigen" oder „weißen" Stimmzettel war mit 9,09 % ungewöhnlich hoch.

Für die regierende PASOK verlief die Stimmabgabe glimpflich. Sie konnte 7 der 13 Distrikte im ganzen Land für sich gewinnen, 6 gingen an die die konservative Opposition Nea Dimokratia (ND). Als besonders wichtig für die PASOK gilt der Sieg im Distrikt Attika. Hier ist mit 2,60 Mio. Bürgern mehr als ein Viertel aller Wähler ansässig. Mit knapp vier Prozent Vorsprung setzte sich hier der PASOK-Kandidat Jannis Sgouros gegen den von der ND unterstützten Vassilis Kikilias durch. Auf Platz drei schaffte es der unabhängige Kandidat Ioannis Dimaras. Die kommunistische Partei Griechenlands kam mit ihren Spitzenkandidaten Nikos Sofias, der die Liste „Laiki Syspirosi" anführte, auf Platz Vier. Platz fünf erzielte die orthodoxe Volkssammlung LAOS mit Spyros Georgiadis. Der unabhängige Kandidat Alexios Mitropoulos der vom Linksbündnis Syriza unterstützt wurde, kam auf Platz 6. Mehr als 4 % erreichte ein Kandidat, der die Unterstützung der der Partei der Ökologen / Grüne erhalten hatte. Schlusslichter der Wahlen in der Präfektur Attika waren die zwei unabhängigen Kandidaten Angelos Chagios und Alekos Alavanos die beide über zwei Prozent erzielen konnten.   

In der Hauptstadt Athen erzielte der bisherige Bürgermeister Nikitas Kaklamanis der von der Nea Dimokratia und der orthodoxen Volkssammlung unterstützt wurde, die Mehrheit der Stimmabgaben. Auf Platz zwei steht sein wichtigster Gegenkandidaten Jorgos Kaminis. Dieser wird von der PASOK sowie von den Ökologen / Grüne und der Linksallianz Syriza unterstützt. Der von der kommunistischen Partei ins Rennen geschickte Kandidat Nikos Sofianos erreichte Platz drei. Auf Platz vier ging der unabhängige Kandidat Amyras Georgios durchs Ziel. Die vom Linksbündnis SYRIZA unterstützte Eleni Portaliou konnte Platz fünf erreichen. Die unabhängigen Kandidaten Michaloliakos Nikolaos, Konstantinou Petros und Iliadis Michail kamen jeweils auf Platz sechs, sieben und acht.

Auch in Thessaloniki setzte sich der ND-Kandidat im ersten Wahlgang durch. Gioulekas Konstantinos liegt vor seinem stärksten Gegenkandidaten Jannis Boutaris, der von der PASOK und den demokratischen Linken unterstützt wurde. Ähnlich wie in Athen konnte auch in Thessaloniki mit Zarianopoulos Sotiris ein KKE-Kandidat den dritten Platz erreichen.

In Piräus, der drittgrößten Stadt des Landes, setzte sich der Kandidat der PASOK durch, während hier die Nea Dimokratia auf Platz zwei kam. Platz drei konnte der Unabhängige Petros Mantouvalos für sich gewinnen, der von der Orthodoxen Volkssammlung LAOS unterstützt wird. Die Kommunistische Partei schaffte es mit Elpida Pantelaki auf Platz vier.

Die Wahlergebnisse in den 13 Distrikten des Landes


Distrikt                           Partei       Kanditatur    2010 


Ostmakedonien/Thakien  PASOK:  Aristidis Giannakidis      41,74 
                                       ND:         Georgios Pavlidis           41,11 

Attika                             PASOK:  Jiannis Sgouros              24,10 
                                      ND:         Vassilios Kikilias             20,44 

Nördliche Ägäis             PASOK:  Athanassios Jiakalis        36,32 
                                     ND:         Pavlos Vogiatzis              38,28 

Westgriechenland           PASOK: Apostolos Katsifaras       43,30 
                                      ND:       Jiorgos Papanastasiou       26,73 


Westmakedonien            PASOK:  Ioannis Papaiordanidis   38,41 
                                      ND:         Jiorgos Dakis                 46,29 

Ipiros                             PASOK:  Evangelos Argyris          38,61 
                                      ND:        Alexandros Kachrimanis  44,78 

Thessalien                      PASOK:  Apostolos Papatolias      34,80 
                                     ND:         Konstantinos Agorastos   38,61 

Ionische Inseln               PASOK:  Ilias Beriatos                  25,81 
                                     ND:         Spyridon Spyrou            30,14 

Zentralmakedonien         PASOK: Markos Bolaris              30,69 
                                     ND:    Panagiotis Psomiadis           43,21 

Kreta                            PASOK:  Stavros Arnaoutakis       50,00  
                                     ND:         Ioannis Plakiotakis          14,97 

Südliche Ägäis              PASOK:  Ioannis Macheridis          50,71 
                                    ND:    Charalampos Kokkinos        31,17 

Peloponnes                  PASOK:  Petros Tatoulis                 41,83 
                                   ND:          Dimitrios Drakos              40,85 

Zentralgriechenland       PASOK:  Klearchos Pergantas        39,12  
                                     ND:       Athanassios Chimaras        35,14 
  


Premierminister Papandreou bedankt sich bei den Wählern – und kündigt neue Konsolidierungsmaßnahmen an

Premierminister Jorgos Papandreou hielt unmittelbar nach den ersten öffentlichen Ergebnissen der Stimmgabe am Sonntagabend eine Ansprache an die Wähler. Darin kam zum Ausdruck, dass es keine vorverlegten Parlamentswahlen geben wird. Vor zwei Wochen hatte er eine solche Option in Aussicht gestellt, falls seine Partei schlecht abschneiden sollte. In seiner gestrigen Rede betonte er nun, dass „wir unseren Weg fortsetzen und unser Werk beenden werden". Den Anfang seiner Rede widmete er der neuen Verwaltungsreform Kallikratis, für die gestern erstmals abgestimmt wurde.
Er stellte außerdem fest, dass jeder Bürger in Griechenland Opfer bringen musste, um die Kontinuität des Staates zu gewährleisten. Seine Regierung sei nun entschlossen, ihr Werk zu beenden und die „Heimat" zu retten. Ziel sei es, Griechenland besser und gerechter zu gestalten. Dazu sei eine „überlebensfähige Wirtschaft" unabdingbar. Was die nächsten Schritte seiner Regierung betreffe, so verwies Papandreou darauf, dass die Prioritäten darin lägen, die staatlichen Finanzen zu organisieren, das Defizit zu verringern und radikale Veränderungen im öffentlichen Sektor und bei den staatlichen Firmen herbeizuführen. Außerdem erwähnte er notwendige Veränderungen im Bereich der Bildung des Wählergesetzes. Mit den Worten „Ich sage euch nicht, dass die Situation einfach ist. Es gibt keinen einfachen Weg, es gibt aber auch keine magischen Rezepte", bereitete er seine Wähler auf kommende schwierige Schritte vor. Gleichzeitig forderte er dazu auf, die von der PASOK unterstützten Kandidaten auch bei den Stichwahlen am kommenden Sonntag zu unterstützten. 


Oppositionsführer Samaras zeigt sich zufrieden mit Wahlergebnis

Der Vorsitzende der Oppositionspartei Nea Dimokratia Antonis Samaras zeigte sich in seiner Rede am Sonntag über die Wahlergebnisse und das Abschneiden seiner Partei sichtlich zufrieden. Er betonte, dass die Nea Dimkratia ihre „verlorene Kraft", nach den Parlamentswahlen vor einem Jahr, wieder gewonnen habe. Die Wähler hätten die Erpressung der PASOK und die Politik des Memorandums abgelehnt. Samaras erklärte außerdem, dass die Wähler gleichzeitig eine Botschaft an die Nea Dimokratia gesandt hätten. Diese Botschaft für ihn laute: „haltet die Ohren offen, um die Signale zu empfangen."

Athens Bürgermeister ruft zur Stimmabgabe am kommenden Sonntag auf

Der Bürgermeister der Stadt Athen, Nikitas Kaklamanis, wandte sich am Sonntagabend an die Bürger Athens. Er bedankte sich für das bisher in ihn gesetzte Vertrauen und rief dazu auf, am kommenden Sonntag diese „Entscheidung für Athen endgültig zu machen". „Ich bin mir sicher", so der Bürgermeister, „dass wir alle vereint die Schläge, die die Politik des Memorandums mit sich gebracht hat, überwinden werden". Er rief die Athener dazu auf, bei den Stichwahlen am kommenden Sonntag für seine Person zu votieren. Seiner Ansicht nach sei das Wahlrecht eine „Kraft", die man „nicht verschenken" dürfe. (GZeh, Foto: Eurokinissi)

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