Konflikt bei den Konservativen – Ex-Regierungssprecher aus Partei ausgeschlossen Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den früheren Regierungssprecher Evangelos Antonaros im Mai 2015 während einer Veranstaltung. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den früheren Regierungssprecher Evangelos Antonaros im Mai 2015 während einer Veranstaltung.

Der frühere Regierungssprecher Evangelos Antonaros, bisher Mitglied der konservativen Nea Dimokratia (ND), wurde am Samstag aus der Partei ausgeschlossen. Die Initiative dafür soll der Vorsitzende der ND Kyriakos Mitsotakis ergriffen haben. Zuvor hatte Antonaros den ND-Vize Adonis Georgiadis als „rechtsradikal“ bezeichnet.

In letzter Zeit hatte sich Antonaros immer wieder darüber beklagt, dass die Partei vom Lager „Zentrum-konservativ“ ins eher rechtsextreme Lager abrutsche. Georgiadis stammt ursprünglich aus der rechtspopulistischen Partei LAOS, der einige in der Vergangenheit sogar rechtsextreme Motivationen zugesprochen haben.
Antonaros selbst gehört in der ND zum engeren Kreis um den früheren Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis (2004–2009). Nach seinem Ausschluss aus der Partei prophezeien einige Beobachter den Ausbruch eines „innerparteilichen Krieges“.
ND-Chef Mitsotakis plädierte dafür, dass der Frieden innerhalb der Konservativen gewahrt werden müsse. Mit seiner Entscheidung, so einige Beobachter, habe er lediglich ein „Zeichen der Einheit“ setzen wollen.
Georgiadis hat gegenüber den Medien betont, dass er persönlich nicht die Ablösung von Antonaros gefordert habe, zeigte sich aber mit dieser Entwicklung sichtlich zufrieden.
Der ausgeschlossene Antonaros warf dem ND-Chef Mitsotakis vor, gegen das Parteistatut verstoßen zu haben, weil er die darin vorgesehenen Verfahren für einen Parteiausschluss nicht eingehalten habe. Deshalb sei der Ausschluss ungültig. Mitglieder des Disziplinarausschusses der ND bestreiten das. Sie teilten mit, dass diese Entscheidung – so wie es das Statut vorsehe –einstimmig vom dafür verantwortlichen Parteiorgan getroffen worden sei.
Antonaros spricht perfekt Deutsch; er war Schüler der Deutschen Schule Athen. Seit 1974 arbeitete er für den Axel Springer Verlag als Auslandskorrespondent, wo er zunächst für den Balkan verantwortlich war; sein Sitz war u. a. in Rom. 1992 kam er nach Athen, wo er als Korrespondent für den Nahen Osten zuständig war. Seit 1994 war er mehrere Jahre der Vorsitzende der Vereinigung der Auslandskorrespondenten in Griechenland. 2004 wurde er in der Regierung Karamanlis zunächst stellvertretender Regierungssprecher; 2008 wurde er Regierungssprecher. (Griechenland Zeitung / eh)

 

 

 

 

 

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