Solidarität mit Griechenland nach verheerendem Waldbrand in Attika Tagesthema

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Fotos (© Eurokinissi) Fotos (© Eurokinissi)

Die Zahl der Todesopfer, die ein verheerender Waldbrand in Ostattika am Montag forderte, liegt offiziellen Angaben zufolge inzwischen bei 79. Viele Personen werden noch vermisst. Es handelt sich um eine der größten Naturkatastrophen in der jüngeren griechischen Geschichte. Die EU und andere Staaten zeigen sich solidarisch mit Hellas. Die Situation vor Ort nimmt am Mittwoch der EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenschutz Christos Stylianidis in Augenschein. Bereits am Dienstag hatte der aus Zypern stammende Politiker Athen finanzielle Unterstützung der EU für die Beschaffung von Löschflugzeugen zugesagt. Zudem zeigte er sich zuversichtlich, dass bis zum Herbst eine EU-Flotte von Löschflugzeugen organisiert werden wird.


Stylianidis stellte während seines Besuches vor Ort fest: „Die EU steht an der Seite des griechischen Volkes.“ Es sei jetzt an der Zeit, „die Wunden zu heilen“. Zudem zeigte sich der Zyprer erfreut, dass viele EU-Länder ihre Solidarität mit Griechenland zum Ausdruck gebracht bzw. Unterstützung zugesagt haben. Darunter seien auch benachbarte Staaten, die nicht der EU angehören, wie etwa Montenegro und die Türkei.
Zypern hat 64 Feuerwehrmänner- und Frauen nach Athen entsandt; Rumänien, Italien und Spanien haben Löschflugzeuge geschickt.
Doch auch im Inland macht sich eine breite Welle der Solidarität und Unterstützung bemerkbar. Vor allem sehr viele junge Menschen helfen vor Ort, um den Betroffenen das Leben zu erleichtern; viele haben auch Wohnmöglichkeiten angeboten.
Die staatliche griechische Elektrizitätsgesellschaft DEI hat allen Betroffenen der Waldbrandtragödie zugesagt, dass sie etwaige Schulden gegenüber dem Unternehmen, die seit Anfang des Jahres bestehen, nicht mehr bedienen müssten. Für Schulden früherer Jahre werde man großzügige Regelungen finden, so DEI.
Ähnliche Maßnahmen hat auch das Finanzministerium in Athen zugesagt. Diese betreffen etwa die Streichung der Immobiliensteuer ENFIA für Familienmitglieder von Opfern der Brandkatastrophe.
Während eines Treffens des Kleinen Kabinetts im Amtssitz des Ministerpräsidenten wurde am Dienstag auch eine finanzielle Sofortunterstützung für die Gemeinden, die direkt betroffen sind, beschlossen: An sie will das Innenministerium 20 Millionen Euro überweisen.
Zudem soll ein offizielles Konto eröffnet werden, auf das Privatpersonen und Unternehmen Spenden einzahlen können. Mit diesen Geldern soll vor allem die Infrastruktur der betroffenen Gemeinden wieder aufgebaut werden. Durch die Brände waren dort u. a. die Wasser- und Energieversorgung unterbrochen worden, von Schäden der Umwelt, an öffentlichen Gebäuden oder etwa dem Straßennetz ganz zu schweigen.
Die Präfektur von Attika will u. a. auch die Unterstützung vor Ort durch ehrenamtliche Helfer koordinieren. Interessierte können sich unter der Telefonnummer: 210 4819001 melden. (Griechenland Zeitung / eh)

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Foto (© Eurokinissi) Eine verbrannte Kirche in der Nähe von Kineta.

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Foto (© Eurokinissi) Auf der Suche nach Vermissten in Mati.

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Foto (© Eurokinissi) In Mati, wo es die meisten Todesopfer gegeben hat.

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