Schulbesetzung in Nordgriechenland wegen der Namensfrage

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

In vielen griechischen Schulen herrscht Unruhe. In den vergangenen Tagen haben Schüler der siebten bis zwölften Klassen, das heißt an staatlichen Gymnasien und Lyzeen, Schulgebäude besetzt. Betroffen davon sind etwa 50 Bildungseinrichtungen vor allem in der nordgriechischen Region Makedonien. Besetzungen gab es aber auch in der mittelgriechischen Stadt Larissa sowie in Pyrgos auf der Peloponnes. Im nordgriechischen Florina fand zudem eine Kundgebung statt: Dutzende Schüler haben mit griechischen Flaggen auf der zentralen Fußgängerzone eine Demo durchgeführt.

Der Protest richtet sich gegen die im Sommer mit Skopje vereinbarte Lösung der Namensfrage der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM). Die Betreffenden wollen nicht, dass der Begriff „Mazedonien“ vom Nachbarland genutzt werden darf.
Doch es gibt auch andere Auffassungen. Am heutigen Donnerstag (29.11.) hatten Schülerorganisationen in Athen zu einem Gegenprotest aufgerufen. Treffpunkt war um die Mittagszeit vor den Propyläen an der zentralen Panepistimiou-Straße – der Universitäts-Avenue. Unterdessen beklagen Lehrerverbände, dass es Aufrufe gegeben haben soll, gegen jene Lehrer handgreiflich zu werden, die sich gegen die Schulbesatzungen ausgesprochen haben. Hinter den Organisatoren vermutet man u. a. die im Parlament vertretene faschistische Chryssi Avgi.
Über das Thema der Schulbesatzungen wurde auch im Parlament scharf debattiert. Bürgerschutzministerin Olga Gerovasili rief alle „demokratischen Partreien“ dazu auf, den Versuch der CA, „das nationalistische, faschistische Gift unter den Schülern auszubreiten“, zu stoppen.
(Griechenland Zeitung / eh)

 

 

 

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