Tsipras in Kalavryta: Entschädigungsforderungen und Hilfszahlungen für Viehzüchter Tagesthema

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Unsere Fotos (© Pressebüro des Premiers / Andrea Bonetti) sind am Montag (3.12.) während des offiziellen Besuchs des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Kalavrita entstanden. Unsere Fotos (© Pressebüro des Premiers / Andrea Bonetti) sind am Montag (3.12.) während des offiziellen Besuchs des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Kalavrita entstanden.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hat am Montag die Kleinstadt Kalavryta bzw. die Bergregion von Achaia im Norden der Peloponnes besucht. Bekannt ist der Ort nicht zuletzt wegen Gräueltaten deutscher Besatzungskräfte während des zweiten Weltkrieges. Während eines Massakers am 13. Dezember 1943 wurde die gesamte männliche Bevölkerung des Ortes umgebracht: Es sind mehr als 800 Todesopfer zu beklagen.


Während seiner Rede ging der Premier u. a. auf die Reparationsfrage ein. Er stellte fest, dass Athen „ab dem kommenden Jahr“ erneut Entschädigungszahlungen sowie die Rückzahlung eines Zwangskredites bei der deutschen Seite zur Sprache bringen werde. Es gehe dabei nicht um die Höhe der Entschädigung, sondern um „die moralische Schuld“ nicht nur gegenüber dem griechischen Volk, sondern gegenüber allen Völkern Europas, so Tsipras. Er warnte zudem davor, dass in diesen Tagen eine „Ideologie des Hasses auch die griechische Gesellschaft beschmutzt“.
Bekannt ist der Bergort Kalavryta nicht nur wegen des Massakers im II. Weltkrieg sondern vor allem auch wegen der Qualität seiner Michprodukte, vor allem Feta-Käse. Tsipras besuchte am Montag die Landwirtschaftliche- und Molkereigenossenschaft des Ortes. Dabei kündigte er eine einmalige Hilfszahlung von 42 Millionen Euro für Hirten und Viehzüchter in Bergregionen, auf Inseln und anderen benachteiligten Regionen des Landes an. Profitieren sollen davon etwa 40.000 bis 45.000 Unternehmen, die sich mit der Haltung von Ziegen und Schafen beschäftigen. Jedes dieser Unternehmen, das über mehr als 200 Ziegen und Schafe verfügt, wird einmalig mit 1.000 Euro bezuschusst. Das Geld solle bis Weihnachten ausgezahlt werden.
Außerdem kündigte Tsipras am Montag an, dass künftig Milchprodukte an schwache soziale Gruppen und staatliche Einrichtungen geliefert werden sollen. Einen entsprechenden Antrag haben Viehzuchtvereine aus ganz Griechenland gestellt. Vor allem möchte die Regierung die Möglichkeit prüfen, Feta und den griechischen Hartkäse Graviera bei kostenlosen Mahlzeiten in öffentlichen Schulen zu verteilen. Das gleiche gelte für die Ausspeisung von Asylsuchenden in den Registrierungs- und Aufnahmezentren sowie für Obdachlose. (Griechenland Zeitung / eh)

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