Streik der Lehrer – Regierungsmitglieder verurteilen Polizeigewalt Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) sind am Montag (14.1.) während eines Protestmarsches der Lehrer vor den Propyläen an der Panepistimiou-Straße entstanden. Unsere Fotos (© Eurokinissi) sind am Montag (14.1.) während eines Protestmarsches der Lehrer vor den Propyläen an der Panepistimiou-Straße entstanden.

Beaufsichtigt von einem sichtlich kleinen Polizeiaufgebot demonstrierten am Montag (14.1.) Lehrer im Athener Zentrum. Ihr Protestmarsch führte bis vor das Parlament am Syntagmaplatz.


Umrahmt wurde die Kundgebung von einer 24stündigen Arbeitsniederlegung der Grundschullehrer. Zudem streiken für drei Stunden die Pädagogen der Sekundarstufe. Der Protest richtet sich gegen eine demnächst zu verabschiedende Gesetzesnovelle bezüglich der Einstellung von 15.000 Lehrkräften in den kommenden drei Jahren. Nach Ansicht der Gewerkschafter handle man lediglich „mit der Hoffnung tausender nicht eingestellter Lehrer“. Die begründeten Ansprüche von Aushilfslehrern hingegen, die bereits fixe Bedürfnisse in der Bildung abdecken, würden missachtet. Die Pädagogen stellten in Aussicht, ihre Protestaktionen zu verschärfen.
Die Debatte über die Gesetzesnovelle sollte ursprünglich am Montag erfolgen. Wegen des Vertrauensvotums, das Ministerpräsident Alexis Tsipras nach seinem Bruch mit Koalitionspartner Panos Kammenos im Parlament stellte, wurde sie auf Donnerstag vertagt.
Mit ihren Protestaktionen haben die Lehrer bereits am vergangenen Freitag (11.1.) begonnen. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Eine Gewerkschafterin und ein Parlamentarier wurden dabei leicht verletzt. Der Zwischenfall wurde sowohl von der Polizeidirektion als auch vom Bildungs- sowie vom Bürgerschutzministerium und der Regierungspartei SYRIZA scharf verurteilt. Die Polizei rügte ein „tadelnswertes Vorgehen“ von Beamten gegen fest verankerte Bürgerrechte.
Bürgerschutzministerin Olga Gerovassili sprach von „inakzeptablen und politisch gefährlichen Aktionen einiger Männer der Bereitschaftspolizei“. SYRIZA bezeichnete das Verhalten dieser Polizisten als „barbarisch“. Als unmittelbare Reaktion auf das Vorgehen der Ordnungshüter waren am Samstagabend etwa 50 Lehrer in das Fernsehstudio des staatlichen Senders ERT eingedrungen, eine laufende Sendung musste kurzzeitig unterbrochen werden. (Griechenland Zeitung / eh)

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