Bewegung bei den Sozialisten vor den Parlamentswahlen im Juli

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Unser Archivfoto zeigt KinAl-Chefin Fofi Gennimata (r.) und Evangelos Venizelos. Unser Archivfoto zeigt KinAl-Chefin Fofi Gennimata (r.) und Evangelos Venizelos.

Griechenland steuert mit Vollgas auf einen vorverlegten Urnengang am 7. Juli zu. Dies geht mit zum Teil einschneidenden politischen Veränderungen einher, vor allem bei kleineren Parteien. Nach Rücktritten der Parteivorsitzenden der Liberalen (To Potami) und der Volkseinheit (LAE) ist am Wochenende der frühere stellvertretende Ministerpräsident Evangelos Venizelos aus den Reihen der sozialistischen Bewegung der Veränderung (KinAl) ausgetreten.

Er hat damit hohe politische Wellen geschlagen. Diese Entscheidung soll die Parteispitze aus heiterem Himmel getroffen haben, wurde anschließend kommentiert. KinAl-Chefin Fofi Gennimata fand scharfe Worte für den Abgang ihres Genossen. Er habe damit eine Steilvorlage für den Wahlkampf der Regierungspartei SYRIZA geliefert.
Grund für die Entscheidung des früheren Ministers und Ex-PASOK-Vorsitzenden war die Besetzung der sogenannten Staatsliste. Gennimata hatte entschieden, auf Platz eins den bisherigen Athener Bürgermeister Jorgos Kaminis zu setzen. Damit, so das Kalkül, könnten vor allem unzufrieden einstige SYRIZA-Wähler ins Boot geholt werden. Diesen lukrativen Platz wollte Venizelos für sich beanspruchen.
Ob sich die Entscheidung der Parteichefin als richtig erweist, dürfte sich an den Urnen zeigen. Sollte KinAl bei den Parlamentswahlen mehr Stimmen als beim Urnengang für das EU-Parlament am 26. Mai erhalten – sprich: mehr als 7,72 % - dann wäre das sicher als Erfolg zu werten. Sollten es jedoch weniger werden, könnte das negative Entwicklungen für die Partei nach sich ziehen. Beobachter gehen davon aus, dass dann weitere Funktionäre dem Austritt von Venizelos folgen könnten. – Bisher allerdings sind Venizelos nur recht wenige Genossen gefolgt.
Die KinAl versteht sich als Nachfolger der sozialistischen PASOK. Diese hat seit 1974 Griechenland fast abwechselnd mit der konservativen ND regiert. Durch die 2010 ausgebrochene Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Sozialisten stark an Popularität eingebüßt. Seither buhlte die PASOK – in Form der KinAl – um den dritten Platz in der Wählergunst gemeinsam mit der faschistischen Chryssi Avgi. Allerdings landete letzter bei den Europawahlen auf Platz fünf: noch hinter der kommunistischen KKE. (Griechenland Zeitung / eh)

 

 

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