Verlegung von Asylsuchenden auf das griechische Festland Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Montagmorgen (7.10.) im Hafen von Piräus. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Montagmorgen (7.10.) im Hafen von Piräus.

Die Regierung ist darum bemüht, die große Anzahl der Asylsuchenden auf den Inseln der östlichen Ägäis zu reduzieren. Am Montag (7.10.) kamen 453 Immigranten aus dem Auffanglager von Moria auf Lesbos sowie dreizehn von der Insel Chios im Hafen von Piräus an.

Mit siebzehn Reisebussen werden sie in ein Lager bei Vagiochori in der Nähe des Volvi-Sees in Zentralmakedonien gebracht. 71 weitere Immigranten kamen am Montag von Leros und Kos aus in Piräus an. Sie werden in Lager in Attika und bei Korinth eingewiesen. Im Laufe des Tages sollen zudem 400 Asylsuchende von der Insel Symi aus nach Athen gebracht werden.

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Die Regierung plant bis Ende des Monats eine Gesetzesnovelle zu verabschieden. Auf dieser Basis sollen das Asylverfahren und die eventuelle Rückführung in die Türkei von Immigranten, die kein Recht auf Asyl haben, vereinfacht werden. Bis Ende 2020 sollen rund 10.000 Menschen davon betroffen sein. Regierungskreisen zufolge stehen derzeit landesweit 70.000 Asylverfahren aus; allein auf den Inseln der Ost-Ägäis Lesbos, Samos, Chios, Leros und Kos leben derzeit unter schlechten Bedingungen knapp 28.000 Asylsuchende. Ziel der Regierung ist es, in den kommenden Monaten 20.000 von ihnen auf dem Festland in insgesamt zehn Regionen zu verteilen. Ausgenommen werden aus Gründen der nationalen Sicherheit Ostmakedonien- und Thrakien, die Region um den Evros-Fluss sowie Xanthi. Untergebracht werden sollen sie in Hotels und lehrstehenden Wohnungen. Bezuschusst werden diese Unterkünfte mit 12 Euro pro Tag und Person; die Kosten für die Verpflegung kommen extra hinzu.

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Am Samstag stellte der Pressesprecher der Oppositionspartei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) Alexis Charitsis die Frage, warum sich die Anzahl der Bewohner in den Auffanglagern innerhalb von drei Monaten verdreifacht habe. Der Regierung warf er dabei Unzulänglichkeit beim Management vor. Vor allem aber komme Griechenland dadurch auf die Liste jener Staaten, wo die Menschenrechte nicht respektiert würden. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis will das Thema beim EU-Gipfel am 17. und 18. Oktober ansprechen. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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