„Rückkehr in dunkle Zeiten“ – Polizei entfernt Schüler aus Kinosälen

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand in einem Athener Kino. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand in einem Athener Kino.

Die Ministerin für Kultur und Sport Lina Mendoni verurteilte „die Präsenz der Polizei in griechischen Kinos“. Vorangegangen war am Wochenende das Eingreifen der Polizei, weil zwei Minderjährige den Film „Joker“ in zwei Athener Kinos angeschaut hatten.

Freigegeben ist dieser erst ab 18 Jahren. Anzeige erstattet hatten zwei Frauen, die sich als Mitarbeiterinnen des Kulturministeriums ausgaben. Sie sind bis zum Erscheinen der Polizei vor Ort geblieben; die Jugendlichen wurden anschließend von ihren Eltern abgeholt.
Mendoni bestätigte, dass es sich bei den beiden Frauen tatsächlich um Angestellte ihres Ministeriums gehandelt habe. Verantwortlich seien sie für die Altersfreigabe der Filme. Ihre Rolle sei jedoch lediglich gutachterlich, so Mendoni; über ihre Aktion in den beiden Kinos hätten sie weder ihre Vorgesetzen informiert noch hätten sie einen derartigen Auftrag erhalten.
Der Film wurde in den USA für Zuschauer ab 17 Jahren freigegeben; in Deutschland dürfen ihn Jugendliche ab 16 Jahren sehen.
Seitens der Oppositionspartei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) wurde kritisiert, dass Regierung und Polizei das Land „in sehr dunkle Zeiten“ zurückführen würden. Der frühere Ministerpräsident und SYRIZA-Chef Alexis Tsipras sprach von einem Film, der einerseits das Bullying bzw. die Schikane anspreche, andererseits thematisiere „Joker“ die „systematische Klassenungerechtigkeit“. Bürgerschutzminister Michalis Chryssochoidis stellte fest, dass er den Film gemeinsam mit seinem 15jährigen Sohn anschauen werde. (Griechenland Zeitung / eh) 

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