Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wegen des Coronavirus in Griechenland Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand vor dem Ministerium für Agrarentwicklung und Lebensmittel. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand vor dem Ministerium für Agrarentwicklung und Lebensmittel.

Athen schließt die Grenzen nach Albanien und Nordmakedonien. Es dürfen nur noch griechische Staatsbürger oder Personen aus den betreffenden Ländern, die einen permanenten Wohnsitz in Griechenland haben, die Grenze passieren. Sämtliche Schiffs- oder Flugverbindungen zu den beiden Ländern werden unterbrochen. Das gleiche gilt für den Flugverkehr zwischen Griechenland und Italien und Spanien. Nicht unterbrochen werden Warenlieferungen bzw. der Güterverkehr.

Das beschlossen am Sonntag (15.3.) die dafür zuständigen Minister nach einem Treffen mit Premierminister Kyriakos Mitsotakis.
Weiterhin werden weder Kreuzfahrtschiffe noch Boote, die Tagesauflüge absolvieren, die Erlaubnis erhalten, in einem griechischen Hafen vor Anker zu gehen. Die Minister waren sich darin einig, mit ausländischen Botschaften in Kontakt zu treten, damit Griechenland – wenn möglich – von dort mit Atemschutzmasken versorgt werden kann. Bürger, die sich nicht an die verordneten Maßnahmen halten, müssen mit Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro rechnen. Beschlossen wurde auch, dass die politischen Büros der Parlamentarier der konservativen Regierungspartei ND bis auf weiteres den Betrieb einstellen. Außerdem werden 70 Personen für den reibungslosen Betrieb der staatlichen Hotline 1135 eingestellt. In den Krankenhäusern werden ganze Abteilungen ausschließlich zur Behandlung von Coronavirus-Patienten umfunktioniert.
Ministerpräsident Mitsotakis ist zudem mit dem Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Hieronymos in Kontakt getreten. Die Regierung trat an das Kirchenoberhaupt mit der Bitte heran, dass die jeweiligen Kirchen nur für das persönliche Gebet genutzt werden; was die Gottesdienste betrifft, so sollen davon nur ganz wenige durchgeführt werden, und das mit einer beschränkten Anzahl von Gläubigen. Die Heilige Synode will am Dienstag über diese Vorschläge beraten.
Bereits am Samstag wurde während eines Treffens der Minister auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass die Bürger größeren Menschenmengen aus dem Weg gehen sollen. In Supermärkten und in den öffentlichen Verkehrsmitteln müssten größere Abstände zwischen Kunden bzw. Fahrgästen eingehalten werden.
Der bisherige Generalsekretär für Bürgerschutz Nikos Chardalias wurde zum Staatssekretär für das Krisenmanagement im Bürgerschutzministerium befördert. Er legte am Montag seinen Eid ab.
Regierungssprecher Stelios Petsas erklärte im Rahmen eines Interviews gegenüber dem staatlichen Fernsehsender ERT1, dass die Regierung weitere Maßnahmen treffen werde. Jeden Tag würde die Situation neu evaluiert. Er appellierte an die Bürger, zu Hause zu bleiben. Petsas – der wegen einer Erkrankung am Coronavirus in seiner Familie selbst unter Quarantäne gestellt wurde – konstatierte, dass in kürzester Zeit 2.000 neue Mitarbeiter im Gesundheitssektor eingestellt werden: vor allem Ärzte und Pflegepersonal. (Griechenland Zeitung / eh) 

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