Griechenland kehrt langsam zur Normalität zurück Tagesthema

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Die Normalität scheint in Griechenland nach einem zweimonatigen strengen Ausgangsverbot langsam aber sicher Einzug zu halten. Am morgigen Mittwoch (20.5.) will Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in einer Rede an das Volk die Pläne der Regierung bezüglich der Sektoren Beschäftigung, Wirtschaft und Tourismus vorstellen. Die jeweiligen Minister werden dazu geschaltet, um die einzelnen Maßnahmen konkret ausführen.

Ziel ist vor allem, dass die Grenzen für Touristen aus europäischen Ländern und Israel ab dem 1. Juli öffnen. Die Reisbranche gilt in Griechenland als Lokomotive der Wirtschaft; oft spricht man von der griechischen „Schwerindustrie“.
Durch den mehr als zweimonatigen Lockdown ist die Branche schwer angeschlagen. Der Vizepräsident des Dachverbandes der Fluggesellschaften (IATA) stellte im staatlichen Fernsehen fest, dass für Griechenland aufgrund der Corona-Krise 230.000 Arbeitsplätze im Tourismusbereich verloren gehen würden. Was die Fluggäste betreffe, so rechne man mit einen Rückgang von 52 % im Vergleich zum Vorjahr; das entspreche einer Zahl von 26 Millionen Reisenden. Die Verluste für die griechische Reisebranche schätzt IATA insgesamt auf 9,2 Milliarden Euro.
Um dem gegenzusteuern, will man sich vor allem an Urlauber aus den Balkanländern wenden. Ideal sind für sie vor allem die Strände Nordgriechenlands, die sie von ihrem Wohnort aus bequem mit dem eigenen Pkw erreichen können. Aus diesem Anlass beteiligt sich Mitsotakis am Dienstag an einem digitalen Vierländertreffen, um sich mit seinen Amtskollegen aus Bulgarien, Rumänien und Serbien zu beraten.
Was die Zahlen an der Corona-Front betrifft, so kann Griechenland mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft blicken. Am Montag (18.5.) waren innerhalb von 24 Stunden lediglich zwei neue Corona-Patienten gemeldet worden; die niedrigste Zahl seit dem Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden 2.836 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden bisher 131.684 Corona-Tests durchgeführt, was im Vergleich zu Ländern wie Deutschland allerdings recht wenig ist. Zu beklagen waren gestern allerdings auch zwei neue Todesfälle. Damit stieg deren Gesamtzahl auf 165.
Als besonders kritisch werden die beiden kommenden Wochen eingestuft, wenn auch Einkaufszentren und Restaurants für Besucher öffnen werden, da sich in diesen Einrichtungen größere Menschenmengen auf relativ engem Raum aufhalten. Außerdem sind seit Montag die Reisen auf dem Festland wieder erlaubt; auch das birgt ein gewisses Risiko, da spätestens am Wochenende sehr viele Menschen aus den Städten in die Provinz reisen dürften. (Griechenland Zeitung / red)

 

 

 

 

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