Türen und Tore geöffnet: Griechenland wirbt um Touristen Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis auf der Insel Santorin. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis auf der Insel Santorin.

Griechenland öffnet ab dem heutigen Montag (15.6.) seine Tore für Touristen. Es ist Urlaubern aus knapp dreißig Ländern erlaubt, nach Griechenland einzureisen, ohne dass sie die bisher übliche zweiwöchige Quarantäne über sich ergehen lassen müssten. Zu den erwarteten Gästen zählen vor allem auch Deutsche, Österreicher und Schweizer. Direktflüge aus dem Ausland gibt es vorerst allerdings nur nach Athen und Thessaloniki. Wer zu anderen Destination weiterreisen will, muss umsteigen. Ab dem ersten Juli sind dann auch wieder Direktflüge in andere Landesteile möglich, vor allem auf die beliebten Urlaubsinseln.

Auf den Flughäfen werden nach wie vor Stichproben nach dem allseits gefürchteten Coronavirus durchgeführt. Doch bisher leuchtet die Ampel saftig grün: Unter 4.000 eingetroffenen Reisenden, die sich einem Corona-Test unterziehen mussten, seien bisher nur zwei mit dem Virus infiziert gewesen, stellte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Samstag (13.6.) vor Journalisten fest. Als Kulisse diente der Vulkankrater von Santorin; im Hintergrund das azurblaue Meer mit einem der schönsten Sonnenuntergänge der Welt.

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Der Ministerpräsident hatte die beliebte Urlaubsinsel der Kykladen bewusst ausgesucht, um für den Tourismus inmitten der Corona-Krise zu werben. Die Botschaft sei einfach: „Kommt nach Griechenland. Wir haben geöffnet, und ihr seid willkommen.“ Er musste jedoch auch einräumen: „Wir stehen vor einer gänzlich neuen Realität.“ Sein Ziel sei es, sein Land „zur sichersten Urlaubsdestination“ während der Corona-Pandemie zu gestalten. Griechenland sei zudem gut auf eventuelle Corona-Fälle vorbereitet, so der Premier. Zuvor hatte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias erklärt, dass auf den Inseln 450 Betten auf Intensivstationen bereit stünden, um eventuelle Patienten zu behandeln. Zudem seien bereits 687 Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und weiteres Personal auf die Eilande versetzt worden, so der Minister.

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Mitsotakis stellte fest, dass man natürlich nicht wissen könne, wie groß letztlich die Zahl der Urlauber sein werde, die in diesem Jahr nach Hellas kommen. Branchenkenner wissen nur zu gut, dass man den Fremdenverkehr nicht einfach seinem Schicksal überlassen kann. Immerhin sind hier 17 Prozent aller Arbeitnehmer in Lohn und Brot.
Der Regierungschef schloss nicht aus, dass Corona-Fälle nach Griechenland importiert werden können. Doch man habe gute Mitspieler und Unterstützer auf seiner Seite: Das gute Wetter und damit auch die Möglichkeit, einen Großteil der Zeit außerhalb geschlossener Räume zu verbringen.
Der Bürgermeister von Santorin Antonis Sigalas erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“, dass die Kykladeninsel dieses Jahr etwa 500.000 Besucher erwarte. Das hört sich als viel an, doch viel ist relativ. Immerhin schlenderten in den vergangenen Jahren jeweils rund drei Millionen Touristen an der Caldera der Insel entlang. Ein Grund für seine zurückhaltende Prognose sei, dass man dieses Jahr kaum mit Kreuzfahrttouristen rechnen könne. Sigalas schätzte ein, dass in dieser Saison nur etwa die Hälfte der Hotels auf der beliebten Urlaubsinsel öffnen wollen. Man kämpfe aber darum, dass letztlich acht von zehn Herbergen Gäste empfangen.
Um für mehr Touristen zu werben, möchte Santorin die erste Plastik-Freie-Kyladeninsel werden. Das entsprechende Programm „Plastic-FreeSantorini“ stellte Tourismusminister Charis Theocharis ebenfalls vor dem Hintergrund der Caldera vor. Behilflich sein will dabei eine bekannte deutsche Supermarktkette: Lidl Hellas will für diesen Zweck 700.000 Euro investieren. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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