Erdogan droht Griechenland erneut mit der Möglichkeit eines Angriffs Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand während eines früheren Treffens zwischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis (l.) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand während eines früheren Treffens zwischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis (l.) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

„Wir könnten plötzlich in der Nacht kommen.“ Dieses bereits mehrfach bemühte Statement wiederholte am Dienstag (15.11.) der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während einer Pressekonferenz im Rahmen des G-20-Gipfels in Indonesien.

Wie griechische und türkische Medien berichten, habe Erdogan nach einem Treffen mit dem US-Präsidenten Joe Biden, gegenüber Journalisten erklärt, dass „Griechenland keine Grenzen kenne“. Er rief Hellas dazu auf, „sich nicht mit uns anzulegen“.
In der griechischen Presse schlägt dieser Vorfall entsprechend hohe Wellen. Man interpretiert das u. a. als eine „klaren Kriegsdrohung“. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Erdogan derartige Äußerungen zum ersten Mal vor einem internationalen Publikum gemacht hat.
Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass der türkische Präsident gedroht hat, „in der Nacht zu kommen“, was u. a. an die Invasion auf Zypern im Jahre 1974 durch türkische Truppen erinnert. Bisher wurde dies jedoch eher als „innerpolitisches Kalkül“ abgetan und im Zusammenhang mit den für den 18. Juni 2023 in der Türkei angesetzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen gesehen.
Die jüngste Drohung Erdogans in Indonesien erfolgte obendrein genau zum 39. Jahrestag seit der Ausrufung der sogenannten „Türkischen Republik Nordzypern“ im besetzten Inselteil, die allerdings völkerrechtlich nur von Ankara anerkannt wird.
Das Außenministerium in Athen kommentierte den Vorfall mit den Worten, dass diese Situation nicht dazu beitrage, dass die Zypernfrage in nächster Zukunft gelöst werden könne. Die griechische Seite setzt sich für einen Staat mit einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft auf Zypern ein. (Griechenland Zeitung / eh)


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