Alarmsignale der Tourismusbrache: Kunden sollen mit Gutscheinen entschädigt werden Tagesthema

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Die griechische Tourismusbranche ist auf der Suche nach einer zukunftsträchtigen Lösung, nachdem weltweit der Fremdenverkehr durch die Corona-Krise eingebrochen ist. Einem Vorschlag des Tourismusministeriums zufolge sollen etwa Hotels das Recht erhalten, für ihre Kunden Gutscheine auszustellen, die ihren Aufenthalt in Hellas stornieren wollen.

Dieser werde den gleichen Wert mit der ursprünglich gebuchten Reise haben und könne innerhalb von 18 Monaten eingelöst werden, heißt es in einem entsprechenden Dekret.
Auf dieser Basis ist das entsprechende touristische Unternehmen nicht dazu verpflichtet, dem Kunden sein Geld für die bereits gebuchte Reise zurückzuerstatten. Ähnliche Maßnahmen wurden auch vom Handelsschifffahrtsministerium für stornierte Flüge und Seereisen vorgeschlagen.
Unterdessen hat das Institut des Verbandes der griechischen Touristik-Unternehmen (INSETE) berechnet, dass dieses Jahr etwa 70 % der erwarteten Einnahmen der Branche ausbleiben werden. Das liege vor allem an der reduzierten Nachfrage aus Ländern wie etwa Deutschland, Frankreich und den USA. Aus diesem Segment kommt traditionell vor allem auch der größte Anteil der Einnahmen.
Dabei wurde berechnet, dass deutsche Urlauber dieses Jahr 73 % weniger für Hotels in Griechenland ausgeben dürften, als es im Jahr zuvor der Fall gewesen ist. 2019 erzielte der Tourismus insgesamt Einnahmen in Höhe von 18,179 Milliarden Euro – hier sind auch andere Zweige berücksichtigt, die indirekt an der Branche verdienen.
Experten meinen, dass es lange dauern könnte, bis der Tourismus das Niveau von 2019 wieder erreicht haben dürfte. Der Staatssekretär im Tourismusministerium Manos Konsolas etwa erwartet einen Neustart der touristischen Wirtschaft erst ab dem Jahr 2021.
Einer Studie der Hotelkammer Griechenlands (XEE) zufolge befürchten 65 % der Hoteliers eine Insolvenz. Der Umsatz werde in diesem Jahr um mehr als die Hälfte zurückgehen, so ihre Befürchtungen. In Zahlen ausgedrückt würde es sich um mehr als 4,4 Milliarden Euro handeln, die ihnen verloren gehen. Ein Großteil der Vertreter dieser Zunft erklärt in der Studie, dass mehr als 45.000 Arbeitsplätze in direkter Gefahr seien, verloren zu gehen. Mehr als 70 % der Hoteliers deklarieren, dass sie eine Finanzspritze benötigen, um sich über Wasser halten zu können.
Beobachter meinen, dass sich die Reisebranche in Griechenland in Zeiten der Corona-Pandemie vor allem durch den Inlandstourismus und günstige Preisangebote aufrecht halten könnte. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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