Ein Toter und eine Vermisste nach schweren Wolkenbrüchen in Griechenland Tagesthema

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Ein Toter und eine Vermisste nach schweren Wolkenbrüchen in Griechenland

Ein schweres Unwetter über Athen und Attika hat am Donnerstag ein Menschenleben gefordert. Eine Frau wird vermisst. In Kamatero westlich von Athen stürzte ein dreigeschossiges Gebäude ein, das zum Glück unbewohnt war. Sogar der Prozess gegen die Neonazipartei „Goldene Morgenröte“ wegen des Mordes an dem Rapper und Linksaktivisten Pavlos Fyssas vor zwei Jahren musste unterbrochen werden, weil der Gerichtssaal unter Wasser stand. 

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte es über Athen stark geregnet. Was jedoch am anderen Morgen geschah, lässt sich nur als „Sintflut“ beschreiben. Innerhalb von wenigen Minuten öffneten sich kurz nach 9 Uhr sämtliche Himmelsschleusen. Wer mit dem Auto unterwegs war, konnte sich in einigen Stadtgebieten wie unter Wasser wähnen. Auf einem Video im Internet ist sogar ein kleiner Wirbelwind über der Stadt zu sehen. Durch Blitzeinschläge fiel zum Teil die Telefonverbindung aus – auch die Redaktion der Griechenland Zeitung war davon betroffen; erst am Freitagvormittag konnte das Problem behoben werden.
In Athen wie auch in vielen anderen Teilen Attikas verwandelten sich die Straßen in reißende Flüsse und Sturzbäche, es kam zu kilometerlangen Staus. Die Feuerwehr musste in 24 Stunden bis zum Freitagmorgen allein in Attika 3.500 Mal ausrücken.
Besonders betroffen waren die Kommunen im Westen und Nordwesten der Hauptstadt. Abgesehen von dem Gebäude, das in Kamatero unterspült wurde und eingestürzt ist, wurde in demselben Ort eine Frau vermisst gemeldet und konnte bis Freitag nicht aufgefunden werden. Ihren Wagen fand man leer in einem Flussbett. Im Ort Acharnes (Menidi) nordwestlich von Athen wurde ein 41-jähriger Mann von Passanten leblos aus seinem Wagen geborgen. Im Krankenhaus stellte man seinen Tod fest. Seine 71-jährige Mutter, die ebenfalls in dem Auto saß, wurde gerettet und kam in ein anderes Krankenhaus. Außer Attika war auch der Nordwesten der Peloponnes betroffen, wo Keller und Geschäfte vollliefen und große Schäden in der Landwirtschaft verzeichnet wurden.
Auch für heute, Freitag, sagt der Wetterdienst ab dem Mittag eine erneute Wetterverschlechterung voraus. In fast allen Landesteilen werden bei eher milden Temperaturen Regen und Gewitter, teilweise mit Hagelschauern, erwartet. Ab Freitagabend soll sich das Wetter von Westen und Norden her bessern. (Griechenland Zeitung / ak, Foto: © Eurokinissi)

 

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