Rassistischer Protest gegen Flüchtlingslager auf Chios Tagesthema

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Rassistischer Protest gegen Flüchtlingslager auf Chios

Am Mittwochabend ist es auf der Insel Chios in der Nordägäis zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Etwa 150 Menschen haben auf dem zentralen Platz der Inselhauptstadt gegen auf der Insel eingerichtete Flüchtlingslager demonstriert.
Ein Teil der Menge griff Journalisten lokaler Medien an. Letztere konnten sich in Geschäften in angrenzenden Straßen in Sicherheit bringen. Die Polizei sah sich veranlasst, Tränengas zum Einsatz zu bringen.
Anschließend haben die Demonstrierenden einen Protestarsch bis vor ein Lager durchgeführt, in dem 1.800 Flüchtlinge und Immigranten untergebracht sind. Sie haben dazu die griechische Nationalhymne gesungen und Parolen gegen Flüchtlinge skandiert. Eine kleinere Gruppe der im Camp untergebrachten Menschen hat mit Steinwürfen reagiert. Auch sie haben Parolen gerufen.


Für den Freitagnachmittag wurde erneut zu einer Kundgebung gegen Flüchtlinge auf Chios aufgerufen. Die Demo vom Mittwoch war per Facebook im Internet organisiert worden. Auch haben Personen per Lautsprecher dazu aufgerufen. Wer politisch hinter dieser rassistisch geprägten Aktion steht, ist nicht geklärt.
Der Parlamentarier aus Chios Andreas Michalidis (SYRIZA) will sich an das Gericht sowie an Bürgerschutzminister Nikos Toskas wenden.
Die Flüchtlingslager und Aufnahmezentren auf der Insel haben eine Kapazität von 1.100 Personen. Tatsächlich sind dort aber mehr als 3.500 Menschen untergenbracht. (Griechenland Zeitung / eh, Foto: © Eurokinissi)


Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Mittwoch (14.9.) während einer Pressekonferenz in einem Haus in der Athener Notara Straße 26. Hier werden Flüchtlinge betreut; am 24. August wurde ein Brandanschlag auf das Gebäude verübt. Dazu bekannte sich eine Gruppierung aus dem rechtsextremen Raum.

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