Katastrophe in Nordgriechenland: „Schatzkammer Europas“ seit Tagen in Flammen Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden an diesem Wochenende im Dadia-Wald in Nordgriechenland. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden an diesem Wochenende im Dadia-Wald in Nordgriechenland.

„Es handelt sich um eine schmerzhafte Umweltkatastrophe.“ Mit diesen Worten beschreibt die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF ein am Donnerstag (21.7.) ausgebrochenes Feuer im Wald von Dadia in der nordgriechischen Region Evros. Dieser verheerende Brand fraß sich auch am Montag (25.7.) noch weiter in unberührte Natur bzw. war noch nicht unter Kontrolle der Feuerwehr.

Dieser dicht bewachsene Wald besteht überwiegend aus Schwarzkiefern, Kalabrischen Kiefern und Eichen. In dieser Region sind nicht zuletzt etwa 100 seltenen Mönchsgeier und 205 weiteren Vogelarten sowie 24 verschiedene Fledermausarten beheimatet. Außerdem leben in diesem Wald Braunbären und Wölfe. Der Wald wurde bereits in den 80er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt.

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Er streckt sich über eine Fläche von 7.300 Hektar zwischen dem Rhodopen-Gebirge und dem etwa 400 Einwohner zählenden Dorf Dadia, das am Samstag aus vorbeugenden Gründen evakuiert werden musste. Augenzeugen berichten von dichten Rauchwolken in der Region. Die Nationalstraße zwischen Alexandroupolis und Soufli musste zeitweise für den Verkehr gesperrt werden. Bis Samstag sind mehr als 1.500 Hektar Waldlandschaft den insgesamt fünf unterschiedlichen Feuerfronten zum Opfer gefallen. Beobachter schätzen ein, dass es rund 30 Jahre dauern dürfte, damit sich der Wald wieder regenerieren kann – vorausgesetzt, dass es zu keinen weiteren Störungen kommt.

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Mönchsgeier im Dadia-Wald

Vor Ort waren u. a. der Minister für Klimawandel und Bürgerschutz Christos Stylianidis und der Staatssekretär im Umweltministerium Jorgos Amyras, um sich ein Bild von der Katastrophe zu machen. Letzterer beschrieb den Wald von Dadia als „eine Schatzkammer für Griechenland und Europa“. Ziel sei es nun, das Ökosystem wieder aufzubauen und den dort lebenden wilden Tieren jede mögliche Hilfe zu leisten. (Griechenland Zeitung / eh)

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