Hochfest der Epiphanie mit Unstimmigkeiten in Piräus Tagesthema

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Hochfest der Epiphanie mit Unstimmigkeiten in Piräus

Am Mittwoch wurde in ganz Griechenland das Hochfest der Epiphanie gefeiert: Die Erscheinung des Herrn. In der Westkirche ist dieses Fest als die „Heiligen Drei Könige“ bekannt. In der Orthodoxie wird an diesem Tag der Taufe Christi, an der sich die Heilige Dreifaltigkeit offenbart hat, gedacht. Mit der symbolischen Wiederholung der Taufe werden durch geistliche Würdenträger die Gewässer geheiligt. Es handelt sich gleichzeitig um einen der wichtigsten griechischen Feiertage. 

Im Rahmen dieser Zeremonie ist es zu Unstimmigkeiten zwischen der Regierung und Serafim, dem Metropoliten von Piräus, gekommen. Ministerpräsident Alexis Tsipras und Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hatten sich nämlich nicht – wie bisher traditionell üblich – an der Weihungszeremonie in der Hafenstadt Piräus beteiligt. Stattdessen wohnten die beiden Spitzenpolitiker der Weihe an der Zisterne im Athener Stadtteil Kolonaki bei.
In Piräus wurde der Staat lediglich von Handelsschifffahrtsminister Theodoris Dritsas präsentiert. Zwar wurde kein offizieller Grund für diesen offensichtlichen Bruch mit der Tradition angegeben. Doch zuvor hatte sich Metropolit Serafim vehement gegen ein kürzlich vom Parlament verabschiedetes Gesetz über die Legalisierung von Lebenspartnerschaften ausgesprochen. Dieses schließt auch Partnerschaften homosexueller Paare ein. Dementiert wurde schließlich, dass sich die orthodoxe Kirche angeblich darüber beschwert haben soll, dass die Zeremonie in Piräus nicht vom staatlichen Fernsehsender ERT übertragen wurde.
Gefeiert wurde das Hochfest der Epiphanie in diesem Jahr – erstmals nach 94 Jahren – mit einer offiziellen Genehmigung des türkischen Staates auch in Izmir (Smyrna). Dort waren 1922 die griechisch stämmigen Bürger wie überall aus Kleinasien vertrieben worden.
Zudem wurde das Fest nach über 40 Jahren auch am Strand der von türkischen Truppen besetzten Stadt Famagusta an der Ostküste Zyperns offiziell gefeiert. Anwesend bei der Zeremonie dort waren über 1.000 griechische Zyprioten.
(Griechenland Zeitung/eh)

Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt die Wasserweihe am Vormittag des 6. Januar im Athener Nobelstadtteil Kolonaki. In der Bildmitte: Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos, rechts neben ihm Ministerpräsident Alexis Tsipras.

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