Griechenland in der Zielgeraden auf dem Weg an die Wahlurnen Tagesthema

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Griechenland in der Zielgeraden auf dem Weg an die Wahlurnen

Die letzte Woche des Wahlkampfes wurde heute eingeleitet: Der Countdown für die Parlamentswahlen am 20. September läuft. Ein Höhepunkt, der vielleicht vielen der noch unentschlossenen Wähler mehr Klarheit bringen könnte, steht heute Abend bevor. Um 21 Uhr beginnt bereits die im Vorfeld kontrovers diskutierte Fernsehdebatte.

Ausgetragen wird dieses „Wortduell“ von den Vorsitzenden der beiden stärksten Parteien – Alexis Tsipras vom Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) und von Evangelos Meimarakis von der konservativen Nea Dimokratia (ND). Allerdings hatte eine Diskussionsrunde in der vorigen Woche, an der sich mehrere Parteiführer beteiligten, nur wenig Aufhellung gebracht, welche konkreten Ziele die Parteien nach den Wahlen in die Tat umsetzen wollen. Beobachter sprechen eher von Monologen, denn von einer angeregten Diskussion. Heute Abend allerdings haben die beiden Kontrahenten auch die Chance, die Aussagen des jeweils anderen zu kommentieren. Die Fragen werden, so wie in der großen Runde in der vorigen Woche, von sechs Journalisten der größten griechischen Fernsehanstalten gestellt. Die gesamte Debatte wird abermals Panos Charitos morderieren, der für den staatlichen Fernsehsender ERT arbeitet. Charitos so bemerkte am Montagmorgen ein Radiojournalist etwas suffisant, habe schließlich lange genug als Kriegsberichterstatter gearbeitet, um der Sendung zum Erfolg zu verhelfen. (Griechenland Zeitung / mp)


Unser Foto (© Eurokinissi) entstand während der Fernsehdebatte der Parteiführer in der vorigen Woche. Auch heute Abend werden die Journalisten hinter den Kulissen im Gebäude des staatlichen Rundfunk- und Fernsehsenders ERT wieder alle Hände voll zu tun haben. Unmittelbar nach der Debatte werden Kommentare und Einschätzungen zu hören sein, die letztlich auch verschiedene Details beinhalten, die etwa die Kleidung der beiden Kontrahenten oder ihr Schuhwerk betreffen könnten. Selbst eine Mimik oder ein gewisser Gesichtsausdruck kann für einige Medien Nachrichtenwert besitzen. Doch letztlich – egal wie immer die Einschätzungen ausfallen mögen – entscheiden die Wähler an den Urnen am Sonntag selbst über das Schicksal ihres Landes. Dabei sollten Inhalte, das heißt Parteiprogramme, im Vordergrund stehen und keine Äußerlichkeiten.

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