NATO-Gipfel: Treffen zwischen Tsipras und Erdogan Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras (l.) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Rahmen des NATO-Gipfels am Donnerstag in Brüssel. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras (l.) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Rahmen des NATO-Gipfels am Donnerstag in Brüssel.

Fast zwei Stunden hat am Donnerstag ein Treffen zwischen dem griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Rahmen des NATO-Gipfels in Brüssel gedauert.


Hauptgesprächsthema ist die Inhaftierung von zwei griechischen Soldaten gewesen. Diese werden seit über vier Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis im türkischen Grenzstädtchen Edirne festgehalten. Tsipras bezeichnete dies u. a. als „nicht akzeptabel“, zumal es sich bei Griechenland und der Türkei um zwei Mitglieder der NATO handle. Er animierte seinen Gesprächspartner, das Verfahren für die Freilassung der Beiden zu beschleunigen; gegen sie wurde bisher noch keine konkrete Anklage erhoben.  
Erdogan forderte seinerseits die Auslieferung acht türkischer Militärs. Diesen wird Beteiligung an einem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren vorgeworfen. Sie haben in Griechenland Asyl erhalten. Das Landeshöchstgericht, der Areopag, hatte zuvor die Auslieferung der Acht ausdrücklich untersagt und dies mit der Menschenrechtssituation in der Türkei begründet. In diesem Zusammenhang erklärte Tsipras dem türkischen Präsidenten, dass die Justiz in Griechenland unabhängig sei und er selbst nichts gegen diese Institution unternehmen könne. Er fügte hinzu, dass Putschisten in Griechenland keineswegs willkommen seien.
Während des Gesprächs haben sich Tsipras und Erdogan darauf geeinigt, dass die Spannungen in der Ägäis gedämpft werden müssten. Tsipras brachte konkrete Zahlen türkischer Überflüge des griechischen Luftraumes zur Sprache.
Besprochen wurde außerdem die Lösung der Zypernfrage des seit 1974 geteilten Inselstaates. Zur Sprache gekommen ist auch die muslimische Minderheit in der nordgriechischen Region Thrakien. (Griechenland Zeitung / eh)




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