Beziehungen zwischen Athen und Moskau wieder im Aufwind Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Mai 2017 in China. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Mai 2017 in China.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras stattet am Freitag dieser Woche Moskau einen offiziellen Besuch ab. Anberaumt sind Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew.

Die in letzter Zeit angeschlagenen bilateralen Beziehungen zwischen Athen und Moskau sollen in dieser Woche repariert werden. Das hat sich Ministerpräsident Alexis Tsipras, der gleichzeitig den Posten des Außenministers übernommen hat, bei seinem Besuch in der russischen Hauptstadt vorgenommen. Begleitet wird er vom stellvertretenden Außenminister für europäische Angelegenheiten Jorgos Katroungalos. Dieser wird bereits am Mittwoch (5.12.) in Moskau erwartet. Tsipras selbst trifft dort am Freitag (7.12.) ein. In diesen Tagen tagt dort auch ein gemischtes interministerielles Komitee zwischen Griechenland und Russland; diese Veranstaltung wird bereits zum elften Mal durchgeführt.

190 Jahre diplomatischer Beziehungen
Anlass für den offiziellen Russlandbesuch von Tsipras ist der 190. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten. Besprochen werden sollen in Moskau vor allem bilaterale Kooperationen u. a. in den Bereichen Wirtschaft, Energie und Kultur. Nicht zuletzt soll das Jahr 2019 in beiden Ländern zum „Jahr der Sprache und Literatur“ Griechenlands bzw. Russlands gekürt werden. Ganz oben auf der Agenda stehen aber auch russische Investitionen in Griechenland sowie Exporte hellenischer Produkte nach Russland.
Kooperationsvereinbarungen will man u. a. in den Bereichen Handelsschifffahrt, Sport und Bekämpfung der organisierten Kriminalität unterzeichnen. Nicht zuletzt soll die Lösung der Zypernfrage thematisiert werden. Athen unterstützt vor allem auch den Dialog zwischen Russland, EU und NATO.

Ein Knacks für die Beziehungen
Die traditionell sehr guten bilateralen Beziehungen zwischen Griechenland und Russland hatten im Sommer einen heftigen Knacks erlitten. Grund dafür war die im Juli erfolgte Ausweisung zweier russischer Diplomaten aus Athen. Das griechische Außenministerium hatte ihnen versuchte Einmischung in innere Angelegenheiten vorgeworfen. Konkret ging es dabei um die Lösung der Namensfrage der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM); hier sollen sogar Bestechungsgelder geflossen sein.
Verantwortlich für die Ausweisung der Russen zeichnete der damalige Außenminister Nikos Kotzias. Nach dessen Rücktritt im Oktober übernahm Tsipras dessen Posten. Nicht zuletzt damit hat der Premier auch ein Zeichen nach Moskau gesandt.

Elisa Hübel

 

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