Keine Begeisterung der Griechen über Nobelpreisnominierung für Tsipras

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand im Januar 2019 während einer Demonstration gegen die Lösung der Namensfrage des nördlichen Nachbarlandes vor dem Parlament in Athen. Auf dem Transparent erklärt die Frau, dass Makedonien – im Gegensatz zu Ministerpräsident Alexis Tsipras – nicht zu verkaufen sei. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand im Januar 2019 während einer Demonstration gegen die Lösung der Namensfrage des nördlichen Nachbarlandes vor dem Parlament in Athen. Auf dem Transparent erklärt die Frau, dass Makedonien – im Gegensatz zu Ministerpräsident Alexis Tsipras – nicht zu verkaufen sei.

Die Mehrheit der Griechen spricht sich gegen die mögliche Verleihung des Friedensnobelpreises an Ministerpräsident Alexis Tsipras und dessen Amtskollegen aus der Republik Nordmazedonien Zoran Zaev aus.

Das geht aus einer Internetbefragung des Nachrichtenportals Newpost hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstituts Prorata entstand. Demnach haben 64 % der Befragten eine ablehnende Haltung zur Nobelpreisnominierung von Tsipras ausgedrückt, während dies 35 % befürworten. Nach Altersgruppen betrachtet, sind die über 55-jährige eher gegen die Nominierung, während die Mehrheit der 17- bis 35-jährigen Griechen eine solche befürwortet. Unter jenen, die sich als „linke Wähler“ bezeichnen, sprechen sich 76 % für den Nobelpreis für den griechischen Regierungschef aus. Bürger, die sich in der politischen Mitte oder als „rechts“ bezeichnen, sind zu 86 % dagegen.
Die Umfrage wurde zwischen dem 9. und dem 11. April unter 2.265 Newpost-Besuchern im Rahmen der „Wochenfrage“ dieses Nachrichtenportals durchgeführt.
Tsipras und Zaev hatten Anfang des Jahres einen seit Jahrzehnten anhaltenden Namensstreit zwischen den beiden Nachbarländern durch die Ratifizierung eines vorher ausgehandelten bilateralen Vertrages gelöst. Internationale Spitzenpolitiker, vor allem auch aus den Reihen der EU, bezeichneten diesen Schritt als „positiv“; damit werde für Frieden und Wohlstand in der Region gesorgt. In Griechenland selbst sprach sich allerdings die Mehrheit gegen das Abkommen aus. Vor allem Bürger aus Nordgriechenland stellten sich deutlich gegen die Benutzung des Begriffs „Mazedonien“ durch das Nachbarland. Landesweit fanden im Umfeld der getroffenen Vereinbarung und Vertragsratifizierung massenhafte Protestkundgebungen statt, vor allem in der nordgriechischen Region Makedonien, wo auch die zweitgrößte Stadt des Landes Thessaloniki liegt. Die Ergebnisse der Prorata-Umfrage reflektieren offenbar diese ablehnende Haltung. (Griechenland Zeitung/eh)

 

 

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