Flüchtlingsstrom in Richtung Griechenland ist vorerst abgeflacht

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand auf der Insel Lesbos. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand auf der Insel Lesbos.

Momentan herrscht Entwarnung in der Ägäis, was Überfahrten von Asylsuchenden und Immigranten von der türkischen Küste aus in Richtung der griechischen Ägäis-Inseln betrifft. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den Ausbruch der Corona-Pandemie.

Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarakis stellte in einem Interview fest, dass im Mai 92 Prozent weniger Asylsuchende in der Ägäis angekommen seien als im Vergleichszeitraum 2019; im April waren es sogar 97 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor diesem Hintergrund sei die Anzahl der Asylsuchenden, die auf einem der Eilande in der Ägäis untergebracht sind, um 13.000 Personen reduziert worden. Noch Anfang des Jahres hätten mehr als 40.000 Menschen in einem der Flüchtlingslager vor allem auf den Inseln Lesbos, Chios und Samos gewohnt.
Mitarakis erklärte jedoch, es sei anzunehmen, dass der Flüchtlingsstrom in den bevorstehenden Sommermonaten wieder zunehmen könnte. Im April habe die griechische Asylbehörde 16.000 entsprechende Entscheidungen getroffen, so der Minister. Für Mai würden bis zu 9.000 weiterer Entscheidungen erwartet. Ein Abkommen, das zwischen der EU und der Türkei getroffen wurde, sieht vor, dass Personen, die nachweislich ein Recht auf internationalen Schutz haben, in einem anderen EU-Land aufgenommen werden. Menschen, denen dieses Recht nicht zuerkannt wird, sollen demzufolge zurück in die Türkei geschickt werden. Die Opposition sprach sich scharf gegen die Geschwindigkeit aus, mit der die Asyl-Verfahren durchgeführt werden. Was die Regierung hier praktiziere, verletze die Menschenrechte. (Griechenland Zeitung / red)

 

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