Politischer Schlagabtausch zwischen Linken und Konservativen

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Politischer Schlagabtausch zwischen Linken und Konservativen

Ministerpräsident Alexis Tsipras hat am Mittwoch vor der Parlamentsfraktion seiner Partei (Bündnis der Radikalen Linken: SYRIZA) eine aufmunternde Rede gehalten. Offenbar wollte er damit den Zusammenhalt des harten Kerns seiner Partei stärken. Er rief seine Genossen dazu auf, sich wieder stärker der Gesellschaft anzunähern und den Problemen der Bürger genau zuzuhören. Er stellte fest: „Das Bild Griechenlands verändert sich.“ Zeitgleich würde sich derzeit in Europa ein „politisches Momentum“ zu Gunsten Griechenlands aufbauen; das heißt, ein „günstiges Klima, ein Fenster für eine Chance“. Auf dieser Basis könne man „entschlossene Schritte tun“, um dadurch den Weg aus der Krise zu finden. Er bezeichnete es als „realistisch“, dass die Verhandlungen mit den Geldgebern bis zum 5. Dezember abgeschlossen werden können.

Im Anschluss erhofft sich der Regierungschef den Beginn der Gespräche für mögliche Erleichterungen bei der Bedienung des griechischen Schuldenberges.
Zudem hob Tsipras hervor, dass die Regierung die Ausgaben für die Gesundheit, die Bildung und den gesellschaftlichen Schutz um 300 Millionen Euro erhöht.
Anschließend kritisierte das griechische Regierungsoberhaupt heftig die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND). Deren Parteichef Kyriakos Mitsotakis warf er vor, die Regierungsarbeit zu interminieren. Das einzige Ziel der ND sei es, die Zügel der Regierungsgeschäfte in die Hand zu bekommen.
Auch Mitsotakis hat am Mittwoch eine Rede vor der Parlamentsfraktion seiner konservativen ND gehalten. Dabei stellte er fest: „Eine politische Veränderung ist dringend“, weil „die Zukunft des Landes“ auf dem Spiel stehe. Er rief alle „Kräfte, die der Regierung gegenüberstehen“ zum Schulterschluss auf. Auf offene Ohren ist er bereits bei der liberalen „To Potami“ sowie bei Teilen der sozialistischen PASOK gestoßen. (Griechenland Zeitung / eh)

 
Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Tsipras während der Sitzung seiner Parlamentsfraktion.

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