Lange Haftstrafen für Ermordung eines Pakistaners in Athen

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Montag vor dem Gerichtshof in Athen. Im Vordergrund steht der Vater des Opfers aus Pakistan. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Montag vor dem Gerichtshof in Athen. Im Vordergrund steht der Vater des Opfers aus Pakistan.

Die Ermordung eines pakistanischen Staatsbürgers im Januar 2013 im Athener Stadtteil Petralona ist rassistisch motiviert gewesen.

Das hat am Montag ein Gericht in Athen in zweiter Instanz befunden. Die beiden Täter erhielten Haftstrafen von je 21,5 Jahren. Ein lebenslänglicher Freiheitsentzug wurde damit knapp verhindert. Begründet wurde dies vom Gericht mit der guten Führung der beiden nach der Tat. Eine direkte Involvierung der faschistischen Partei Chryssi Avgi (zu Deutsch: Goldene Morgenröte; CA) in den Mord wurde von den Richtern ausgeschlossen. Das 27-jährige Opfer war mit sieben Messerstichen getötet worden.
Die beiden Täter müssen jedoch erneut vor Gericht aussagen: Ihnen wird im Rahmen eines langwierigen Prozesses gegen die CA Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Im Haus eines der beiden Täter war u. a. Wahlkampfmaterial dieser faschistischen Partei sichergestellt worden.
Der Prozess gegen die CA hat bereits im April 2015 begonnen. 68 Personen sind angeklagt, unter ihnen auch Parlamentarier dieser Partei. Als Mitglieder bzw. Gründer einer kriminellen Organisation sollen sie sich u. a. für die Ermordung des Rappers aus der linken Szene Pavlos Fyssas (2013) verantworten. Außerdem werden ihnen Mordversuche gegen einen Fischer aus Ägypten (2012) und mehrere Mitglieder der kommunistischen KKE (2013) zur Last gelegt. (Griechenland Zeitung/eh)

  

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