Proteste auf Inseln gegen Aufnahmelager in der Ägäis

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand vor dem Aufnahmelager auf der Insel Samos. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand vor dem Aufnahmelager auf der Insel Samos.

Auf den Inseln Lesbos, Chios und Samos im Osten der Ägäis wurde für Mittwoch (22.1.) ein Generalstreik ausgerufen. An dem Streik beteiligen sich sowohl Bürger als auch Geschäftsinhaber und die Angestellten in den jeweiligen Gemeinden und der Präfektur.

Sie fordern eine „Schließung unangemessener Aufnahmelager“ auf ihren Eilanden. Außerdem wollen sie die Umsiedlung Asylsuchender auf das Festland erreichen. In der Hauptstadt von Lesbos, Mytilini findet parallel zum Streik vor dem Gemeindetheater eine Demo statt, auf Chios findet am zentralen Platz der Inselhauptstadt ebenfalls eine Protestaktion statt; das gleiche gilt für den zentralen Platz von Vathy auf Samos. Auf einem Transparent in Samos war zu lesen: „Wir fordern, dass ihr die menschliche Würde beschützt“, sowie „Gebt uns unsere Insel zurück“.
Die Demonstranten werfen der Regierung u. a. Planlosigkeit vor. Etwa 40.000 Asylsuchende leben demnach unter äußerst schlechten Bedingungen auf diesen Inseln.
Am Donnerstag (23.1.) reist eine Delegation der Präfektur nach Athen. Es stehen u. a. Treffen mit Innenminister Takis Theodorikakos sowie mit Migrationsminister Notis Mitarakis auf dem Programm.
Die Regierung plant neue geschlossene Aufnahmelager auf den Inseln einzurichten, in denen noch mehr Menschen aufgenommen werden können. Ein Pakt, den die EU mit der Türkei unterzeichnet hat, sieht vor, dass nur Menschen ohne Anrecht auf Asyl abgeschoben werden können, wenn dies vom ersten Ankunftsort auf EU-Territorium aus geschieht. Damit sind jene Flüchtlinge, die bereits auf das griechische Festland umgesiedelt wurden, von einer solchen Maßnahme ausgeschlossen. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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