Drei bestätigte Coronavirus-Patienten in Griechenland Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand im Hafen von Patras auf der Peloponnes. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand im Hafen von Patras auf der Peloponnes.

Auch Griechenland wird tiefer in den Strudel des Coronavirus hineingerissen. Gesundheitsminister Kikilias kündigte an, dass alle Karnevalsfeierlichkeiten ausfallen. Eine Schule in Nordgriechenland wurde für 14 Tage geschlossen. Die Regierung kündigte Notfallmaßnahmen an. Per Gesetz können diese auch aus vorbeugenden Gründen umgesetzt werden.

In Griechenland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle inzwischen auf drei gestiegen. Es handelt sich um eine 38-jägrige Frau in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki und um ihren Sohn. Die Grundschule, in der das Kind eingeschrieben ist, bleibt für die kommenden 14 Tage geschlossen. Im Schulgebäude sowie im Rathaus wurden Desinfektionen durchgeführt, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Mutter bleibt für die kommenden 27 Tage in Quarantäne.
Außerdem wurde bekannt, dass eine weitere Frau in Athen mit dem Virus infiziert ist. Sie wird in einem Krankenhaus in der griechischen Hauptstadt behandelt. Weitere Details wurden nicht bekannt. Beide Frauen waren von einer Reise aus Norditalien in ihre Heimat zurückgekehrt.

Abgesagte Veranstaltungen
Unterdessen kündigte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias an, dass alle Faschingsparaden und Karnevalsumzüge landesweit abgesagt werden.
Regierungssprecher Stelios Petsas rief in einem Interview die Bevölkerung dazu auf, „nicht in Angst und Panik“ zu geraten. Vorsicht sei jedoch für ältere Menschen geboten, sowie für solche, die unter Diabetes oder Herzproblemen leiden. Er fügte hinzu, dass die Wissenschaftler darauf hinweisen, dass es sich um eine Krankheit mit leichten Symptomen handle.

Vorbeugende Notfallmaßnahmen
In einer Mitteilung gegenüber der Presse beschrieb der Regierungssprecher auch Maßnahmen, die die Regierung im Falle einer Ausbreitung des Coronavirus unternehmen wolle. Per Gesetz wurden 13 Krankenhäuser landesweit in den Rang von Referenzspitälern erhoben; alle Krankenhäuser werden zudem in Alarmbereitschaft versetzt.
Demnach werden vorbeugende Kontrollen an den Grenzen des Landes, in Häfen sowie auf Bahn- und Flughäfen erhöht. Flüge und sonstige Verbindungen mit Ländern, in denen sich das Virus besonders verbreitet hat, können ausgesetzt werden. Das gleiche gilt für Theatervorstellungen, Konzerte und sonstige Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen versammeln: Dazu können auch Gottesdienste sowie die Nahverkehrsmittel zählen. Schulen, Behörden, aber auch Privatunternehmen können unter gewissen Umständen den Dienst einstellen. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass Privatkliniken ihre Intensivstationen zur Verfügen stellen müssen, sollte sich das Virus ausbreiten. Auch Hotels müssten in diesem Fall ihre Zimmer freigeben, damit diese zur Quarantäne infizierter Personen genutzt werden können. Das Krankenhauspersonal muss damit rechnen, dass es im Notfall versetzt werden kann.

Zustimmung aus der Opposition
Der ehemalige Gesundheitsminister aus den Reihen der Oppositionspartei SYRIZA Andreas Xanthos stellte fest, dass seine Partei die Notfall-Maßnahmen der Regierung unterstütze. Zur Vorsicht mahnte jedoch der Dachverband der Vereinigungen griechischer Krankenhausärzte. In der entsprechenden Mitteilung ist die Rede von Mängeln im Personalbereich sowie bei der logistischen Infrastruktur. (Griechenland Zeitung / eh) 

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