Griechenland ist sichtlich darum bemüht, die Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energiequellen zu intensivieren. Der Generalsekretär des Ministeriums für Umwelt und Energie Michalis Verriopoulos hat am Dienstag erklärt, dass die Investitionen in diesem Bereich in den kommenden zwölf Jahren 32 Milliarden Euro erreichen sollen.

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Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel (Bild: r.) stattet in diesen Tagen Athen einen privaten Besuch ab. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er heute diese Gelegenheit nutzen, um sich mit dem griechischen Minister für Umwelt, Energie und Klimawandel Jannis Maniatis (l.) zu treffen. Das hatte der griechische Minister in den vergangenen Tagen auf Pressekonferenzen bekannt gegeben. Maniatis will mit dem Gast aus Deutschland vor allem Energiefragen besprechen. Ganz oben auf seiner Liste stehen die vermuteten Erdölvorkommen vor Kreta und im Ionischen Meer bzw. in Westgriechenland. In den kommenden 25 bis 30 Jahren rechnet die Regierung in Athen mit Mindesteinnahmen in Höhe von 150 Milliarden Euro. Bereits Anfang Oktober soll die erste Ausschreibung für die Erforschung der Bodenschätze in griechischen Hoheitsgewässern südlich von Kreta sowie im Ionischen Meer über die Bühne gebracht werden.
Weiterhin werden die beiden Politiker generell die Europapolitik bei Fragen der Energie sowie des Klimawandel erörtern.
Ein weiteres Thema, das Maniatis besonders am Herzen liegt, ist die Einsparung von Energie in den rund acht Millionen Gebäuden in seinem Land. Dadurch erhofft sich der Minister auch das Entstehen neuer Arbeitsplätze im Bereich der Bauwirtschaft bzw. eine Wiederbelebung dieser Branche, ohne dass unbedingt neue Gebäude entstehen müssen.
Ein weiterer Gesprächspunkt wird das griechische Exportgeschäft nach Deutschland betreffen. Die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft trägt zu 3,5 % des griechischen Bruttoinlandproduktes bei und mehr als einer von zehn Griechen ist in dieser Branche beschäftigt. Das griechische Produktionsvolumen gilt jedoch als eher klein, was u. a. auf die bergige Landschaft und die damit verbundenen kleinen Grundstücke zurückzuführen ist. Dadurch ist der Arbeitsaufwand für die Bauern sehr intensiv, was nicht zuletzt die Preise in die Höhe treibt. Nichts desto Trotz oder anders gesagt: genau deswegen sind viele landwirtschaftliche Produkte aus Griechenland – dazu zählen nicht nur Weine oder Olivenöl – von sehr hoher Qualität.

Text: Elisa Hübel, Archivfoto: Eurokinissi

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Griechenland / Athen. Eine verantwortungsvolle Energiepolitik kann der Stärkung der geostrategischen Position Griechenlands dienen und entscheidend zur Energiesicherung der Europäischen Union beitragen. Das betonte Premierminister Karamanlis Anfang der Woche bei einem Besuch des Entwicklungsministeriums. Er verwies gleichzeitig auf die jüngste Unterzeichnung eines Abkommens mit Russland über den Bau einer neuen Pipeline, die durch die Türkei über Griechenland auch nach Italien führt. Der Premier nahm auch Bezug auf den neuen institutionellen Rahmen für erneuerbare Energien, mit dem in den vergangenen fünf Jahren Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden konnten.
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Griechenland / Athen. Der griechische Premierminister Kostas Karamanlis führte am Dienstag ein 20-minütiges Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Vladimir Putin. Im Zentrum stand dabei die Energiepolitik. Die beidseitig bestehende Partnerschaft im Energiesektor sollte dringend weitergeführt werden, so Karamanlis. Auch Putin betonte wie wichtig es sei, die bestehende Verbindung zu vertiefen und auszubauen.
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