Athen begrüßt Deeskalation im östlichen Mittelmeer

  • geschrieben von  Lukas Müller
Unser Foto (© eurokinissi) zeigt den griechischen Außenminister Nikos Dendias während des Besuchs seiner spanischen Amtskollegin Arancha Gonzalez Laya. Unser Foto (© eurokinissi) zeigt den griechischen Außenminister Nikos Dendias während des Besuchs seiner spanischen Amtskollegin Arancha Gonzalez Laya.

So schnell wie sich der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei erhitzt hat, scheint sich die Situation nun auch wieder zu beruhigen – zumindest vorerst. Seit Dienstagmorgen (28.7.) liegt das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ wieder im Hafen von Antalya, die türkische Suche nach Erdgas und Öl im östlichen Mittelmeer werde zunächst ausgesetzt. Auch von griechischer Seite wurden erste Marine-Einheiten zurückgezogen.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Bei einem Treffen mit der spanischen Außenministerin Arancha Gonzalez Laya begrüßte der griechische Außenminister Nikos Dendias die jüngsten Signale Ankaras und bezeichnete diese als „positive Entwicklung“. Am heutigen Mittwoch erklärte er gegenüber dem staatlichen TV-Sender ERT, dass es jedoch noch kein vereinbartes Prozedere für den Beginn eines Dialoges gebe. Zwar sei man von griechischer Seite aus offen für Gespräche, jedoch nicht unter Drohungen und „mit vorgehaltener Waffe“.
Auch vonseiten der Opposition wurden die „Deaktivierung“ der „Oruc Reis“ sowie der Abzug der Kriegsschiffe positiv bewertet. Gleichwohl betonten Vertreter des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA) und der Bewegung für Veränderung (KinAl) unisono, dass Gespräche mit der Türkei einzig und allein über die Definition des Festlandsockels und der Ausschließlichen Wirtschaftszone geführt werden sollten.

Mit Spannung erwartet wird derweil das Treffen der EU-Außenminister Ende August, auf welcher entschieden werden dürfte, wie man mit dem Verhalten der Türkei umgeht. Noch vor wenigen Wochen einigte sich die Runde darauf, Sanktionen über die Türkei zu verhängen, sollte diese im Mittelmeer weiter tätig werden und EU-Hoheitsrechte verletzen. Dass der vorübergehende Rückzug der „Oruc Reis“ keine Änderung der türkischen Strategie bedeutet, impliziert die Aussage des türkischen Regierungssprecher Ibrahim Kalin, wonach ein weiteres Schiff in einem Gebiet forschen werde, das zur zyprischen Ausschließlichen Wirtschaftszone gehört. Und so dürften in dem Mittelmeer-Konflikt noch einige Kapitel folgen. Ausgang ungewiss. (Griechenland Zeitung / lm)

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